Entweder werden wir als Brüder und Schwestern gemeinsam überleben oder als Narren miteinander untergehen…

 

Der Impfstoff gegen das Coronavirus wurde bisher höchst ungleich verteilt: Von 900 Millionen injizierten Dosen sind bisher nur gerade 0,3 Prozent an Menschen in Ländern mit niedrigen Einkommen verabreicht worden. Die soziale Kluft zwischen den reichen Ländern des Nordens und den armen Ländern des Südens geht also auch in der Zeit der Coronapandemie gnadenlos weiter. Und doch hat sich etwas zutiefst geändert: Früher konnten die reichen Länder des Nordens die Früchte des Südens – vom Erdöl und Edelmetallen über Tropenfrüchte, Kaffee und Kakao bis zu Edelholz, Elektrogeräten und Textilien – ungestört geniessen und sich daran bereichern. Den süssen Früchten auf dem Gestell des Supermarkts sah niemand die Leiden und die Schmerzen der Arbeiterinnen und Arbeiter an, welche diese Früchte geerntet hatten. An keinem Computer und an keinem Smartphone klebte der Schweiss jener Arbeiterinnen und Arbeiter, welche die zur Herstellung dieser Geräte notwendigen Metalle aus dem Boden geschürft hatten. Kein T-Shirt und kein Paar Schuhe war durchtränkt von den Tränen der Frauen, die bis zur Erschöpfung, oft unter Schlägen ihrer Aufseher und für einen Hungerlohn, der kaum zum Leben reichte, in den Textilfabriken Indiens oder Bangladeshs geschuftet hatten, um alle diese begehrten und schönen Dinge herzustellen. Man konnte fein säuberlich alles voneinander trennen, hier die Konsumglitzerwelt des Nordens, dort Elend und Hunger. Hier wachsender Reichtum, dort wachsende Armut. Hier Golfplätze und Naturparadiese, dort verbrannte Erde, Stürme und überflutete Meeresküsten. Das Coronavirus hat diese Grenze zwischen dem sichtbaren Reichtum des Nordens und der unsichtbaren Armut des Südens aufgelöst. Konnte sich die Kaffeebohne auf ihrem Weg vom Süden in den Norden aus einem Produkt von Ausbeutung und Hungerlohn in einen wohlschmeckenden Espresso verwandeln, so behält das Virus auf seinem Weg über die Grenzen hinweg seine ganze tödliche Gefährlichkeit. Konnten wir früher vor dem von uns selber verursachten Elend die Augen verschliessen, so geht das heute nicht mehr. Und es ist ja nicht nur die Coronapandemie. Auch die Folgen des Klimawandels werden über alle Grenzen hinweg immer deutlicher spürbar. Und auch das Flüchtlingselend an der Grenze zwischen reichen und armen Ländern appelliert immer dringender an unsere gemeinsame Verantwortung und die Tatsache, dass keines der grossen Zukunftsprobleme bloss innerhalb nationalstaatlicher Grenzen zu lösen ist, sondern dass wir alle miteinander auf einer Erde leben, auf der wir, wie es Martin Luther King sagte, „entweder als Brüder und Schwestern überleben oder als Narren miteinander untergehen.“ Oder, wie es der Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt formulierte: „Was alle angeht, können nur alle lösen.“

Neues CO2-Gesetz: Das wäre höchstens ein kleiner Anfang…

 

Das neue CO2-Gesetz, über das am 13. Juni 2021 abgestimmt wird, will mit der Einführung einer Flugticketabgabe, einer Erhöhung der Abgaben auf Benzin, Gas und Erdöl, tieferen CO2-Zielwerten für Gebäude und Gebäudesanierungen, der Förderung umweltfreundlicherer Autos, der Unterstützung klimafreundlicherer Technologien und der Errichtung eines Klimafonds einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der CO2-Immissionen und zum Klimaschutz leisten. Kritiker und Kritikerinnen des Gesetzes führen unter anderem das Argument ins Feld, die vorgesehenen Abgaben und Gebühren, die eine Reduktion schädlicher Emissionen bezwecken, führten zu einer einseitigen Benachteiligung der „kleinen“, schlecht verdienenden Leute. So kämen auf eine Durchschnittsfamilie jährliche Mehrkosten von 1000 Franken zu, gewisse Flugdestinationen wären für Leute mit kleinerem Portemonnaie nicht mehr erschwinglich, der Handwerker, der zu seiner Kundschaft täglich weite Strecken zurückzulegen habe, könne die Kosten für das teurere Benzin kaum mehr berappen und hohe Auflagen bei Gebäudesanierungen wie auch Neubauten würden sich zuletzt wiederum auf die Mietkosten der „einfachen“ Leute überschlagen. Argumente, die – auch wenn man ein noch so überzeugter Verfechter wirkungsvoller Klimaschutzmassnahmen ist – nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Tatsächlich sind Abgaben und Gebühren, die – wie zum Beispiel auch die Krankenkassenprämien – für alle gleich und ohne Rücksicht auf die individuellen sozialen und materiellen Verhältnisse erhoben werden, zweifellos höchst ungerecht. Fällt für Gutverdienende eine Erhöhung von Abgaben und Gebühren nämlich kaum ins Gewicht, bedeuten sie für die weniger gut Verdienenden oft überaus einschneidende und schmerzliche Eingriffe in ihr Haushaltsbudget. Etwas überspitzt könnte man sagen: Die „kleinen“ Leute sollen sich gefälligst um den Klimaschutz kümmern – indem sie sowieso schon weniger konsumieren, die Umwelt weniger belasten und nun durch weitere Abgaben und Gebühren zusätzliche Opfer erbringen sollen -, während die „grossen“ Leute weiterhin mit ihren SUVs über die Autobahnen rasen, ihre Swimmingpools im Sommer und im Winter aufheizen und nicht nur einmal, sondern gleich drei oder vier Mal pro Jahr um die halbe Welt fliegen. Zwar würde gemäss dem vorliegenden CO2-Gesetz ein Teil der geleisteten Abgaben über einen Klimafonds wieder an die Bevölkerung zurückfliessen, was zu einer gewissen ausgleichenden Gerechtigkeit führen würde. Doch die Tatsache, dass die „grossen“ Leute weiterhin nach Lust und Laune ihren umweltbelastenden Vergnügungen und Aktivitäten frönen könnten, ist damit nicht aus der Welt geschafft. Um dies zu verhindern, müsste man sämtliche Gebühren und Abgaben so massiv erhöhen, dass sich dann die „kleinen“ Leute überhaupt gar nichts mehr leisten könnten. Müsste man aufgrund dieser Überlegungen nun also besser das neue CO2-Gesetz ablehnen? Nein, denn wir können schlicht und einfach nicht tatenlos zuschauen, wie sich unser Klima von Jahr zu Jahr weiter aufheizt und die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen immer bedrohlicher auf dem Spiel stehen. Das heisst: Trotz aller Unzulänglichkeiten ist es unbedingt nötig, im Sinne eines ersten kleinen Schrittes diesem CO2-Gesetz zuzustimmen. Doch wird es, um die Klimakatastrophe abzuwenden, nicht genügen, Flugtickets und Benzinpreise ein wenig zu erhöhen, die Entwicklung klimafreundlicherer Autos und Technologien ein wenig zu fördern und Ölheizungen durch Wärmepumpen zu ersetzen. Es braucht viel, viel mehr. Es braucht nicht weniger als eine grundlegende philosophische Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lebens. Was brauche ich, um glücklich zu sein? Worauf könnte ich verzichten? Was könnte ich mit wem teilen? Was ist der Wert einer Reise? Ist es erstrebenswert, so schnell wie möglich von A nach B zu kommen? Ist das Billigste immer das Beste? Können das, was ich heute geniesse, auch die Menschen in anderen Ländern und zu späteren Zeiten geniessen? Oder verprasse ich etwas, was ich anderen dadurch vorenthalte? Würden wir uns immer wieder mit solchen Fragen auseinandersetzen und unsere Lebensweise dementsprechend verändern, dann bräuchte es so etwas wie dieses neue CO2-Gesetz vielleicht gar nicht mehr. Weil wir nämlich genug vernünftig geworden wären, freiwillig und ohne äusseren, gesetzlichen Zwang hier und heute so zu leben, dass noch möglichst viele zukünftige Generationen auf diesem Planeten ein gutes und schönes Leben haben können… 

 

 

 

Frauenquoten sind gut und recht – aber es gibt noch andere Bevölkerungsgruppen, die auf ihre Gleichberechtigung warten

 

Die neuen, anfangs April 2021 verabschiedeten publizistischen Leitlinien des Schweizer Fernsehens verlangen, dass bei Nachrichten- und Diskussionssendungen „genderneutral und diskriminierungsfrei berichtet“ werden müsse. Explizit heisst es: „Wir streben bei Expertinnen und Experten ein ausgeglichenes Verhältnis an, Zielgrösse ist 50:50.“ Während die SVP eine solche Geschlechterquote ablehnt, wird sie unter anderen von der SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher begrüsst. Sie findet es richtig, dass das Schweizer Fernsehen „die Gesellschaft in ihrer Vielfalt abbildet.“ Doch was ist mit „Vielfalt“ hier ganz genau gemeint? Es fällt auf, dass, wenn es um die „Vielfalt“ der Gesellschaft geht, damit fast immer nur eine gleichberechtigte Vertretung von Frauen gemeint ist. Doch die Gesellschaft setzt sich nicht nur aus Frauen und Männern zusammen, sondern auch aus „Alten“ und „Jungen“, aus „Gebildeten“ und so genannt „Ungebildeten“, aus Menschen mit einheimischen Wurzeln und solchen mit einem Migrationshintergrund. Um die Vielfalt der Gesellschaft wirklich angemessen abzubilden, müssten daher nicht nur Frauenquoten, sondern auch „Jugendquoten“, „Arbeiterquoten“ und „Ausländerquoten“ eingeführt werden. Erste zaghafte Schritte bei der vermehrten Berücksichtigung von Ausländerinnen und Ausländern sind, nicht zuletzt auf Druck der entsprechenden Interessenverbände, festzustellen. Von einer „Jugendquote“ sind wir allerdings noch himmelweit entfernt, nur selten sind in einem „Club“ oder einer „Arena“ des Schweizer Fernsehens 16- oder 18jährige Jugendliche anzutreffen – es sei denn, es gehe in der betreffenden Sendung explizit um das Thema Jugend. Während auf der einen Seite schon das Stimm- und Wahlrecht für Sechzehnjährige diskutiert wird, verschliessen sich nicht nur das Fernsehen, sondern auch die meisten übrigen Medien dem Potenzial Jugendlicher weitgehend hartnäckig. Dabei sind sie es, die Jugendlichen, die als Erwachsene in jener Welt leben werden, die wir heute weitgehend über ihre Köpfe hinweg aufbauen. Eine Riesenchance wird damit vertan, sind es doch genau die Jugendlichen, die uns mit ihrer Phantasie, ihrer Kreativität und ihrem offenen, freien Denken die Augen öffnen können dafür, unsere heutigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen auf neue, unkonventionelle Weise anzupacken. Und erst recht zu kurz kommen all jene Menschen, die man als so genannt „ungebildet“ zu bezeichnen pflegt. Es fällt auf, dass in Nachrichten- und Diskussionssendungen vor allem so genannte „Expertinnen“ und „Expertinnen“ auftreten, bei denen es sich in aller Regel um akademisch Gebildete handelt. Wer hätte in einem „Club“ oder einer „Arena“ schon mal eine „einfache“ Verkäuferin oder einen „einfachen“ Bauarbeiter gesehen? Damit aber werden 90 Prozent der Bevölkerung schon mal zum vornherein ausgeschlossen, und dies, obwohl genau diese 90 Prozent der Bevölkerung aufgrund ihrer reichen täglichen Lebens- und Berufserfahrung an der Basis der Gesellschaft auch in jeder noch so „hochkarätigen“ Gesprächsrunde ausserordentlich viel zu sagen hätten und vielleicht auch das eine oder andere Votum einer so genannt „gebildeten“ Person relativieren oder zumindest wertvoll ergänzen könnten. „Frauenquoten“ sind gut und recht. Aber wir sollten es darob nicht versäumen, auch all jenen anderen Bevölkerungsgruppen, die in der öffentlichen Berichtserstattung bisher zu kurz gekommen sind, mehr Raum zu geben. Nicht nur mit dem Ziel, vorgegeben Quoten zu erfüllen, sondern vor allem mit dem Ziel, ein Riesenpotenzial an Erfahrungen, Ideen und Phantasie für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen zu nutzen, das uns sonst verschlossen bliebe. 

Alle schreien nach Bildung – was aber wäre, wenn es eines Tages tatsächlich nur noch Akademikerinnen und Akademiker gäbe?

 

Weltweit wird Bildung als wirksamstes Mittel im Kampf gegen die Armut propagiert. Auch in den „entwickelten“ Ländern des Nordens ist der Leitsatz „Je höhere Bildung, umso besseres Leben“ weitgehend unbestritten. Doch zu Ende gedacht, würde dies bedeuten, dass eines Tages weltweit jeder Mensch über einen „höheren“ oder gar akademischen Bildungsgrad verfügen würde. Ein Zustand, den man sich wohl nicht ernsthaft herbeiwünschen kann. Denn wer, wenn es dereinst nur noch Akademiker und Akademikerinnen gäbe, würde dann noch unsere Häuser bauen? Wer würde unsere Nahrungsmittel anbauen und ernten? Wer würde unser Brot backen? Wer würde all die unzähligen Gegenstände des täglichen Gebrauchs herstellen und wer würde sie von Stadt zu Stadt über unsere Strassen transportieren? Wer würde unsere Kleider nähen? Wer würde unsere Alten und Kranken pflegen? Wer würde unsere Kanäle und Wasserschächte reinigen? Wer würde im Winter den Schnee beiseite räumen? Wer würde die Spitäler, die Hotels, die Bürogebäude, die Kaufhäuser und die Fabrikhallen putzen? Wer würde unsere Haare schneiden? Wer würde die Gestelle in den Supermärkten auffüllen? Wer würde unsere Autos herstellen und sie, wenn sie kaputtgegangen sind, reparieren? Wer würde in den Hotels und den Restaurants für uns kochen und uns bedienen? Verfügten alle Menschen über eine so genannte „höhere“ Bildung, würden unsere gesamte Wirtschaft und Gesellschaft augenblicklich wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. Die Beseitigung bestehender Benachteiligungen und Ungleichheiten infolge angeblich „fehlender“ oder „mangelhafter“ Bildung kann niemals darin liegen, dass immer mehr Menschen eine „höhere“ Bildung anstreben. Sie muss vielmehr darin liegen, dass allen Menschen, egal welche berufliche Tätigkeit sie ausüben, die gleiche gesellschaftliche Wertschätzung und damit in letzter Konsequenz auch die gleiche Entlohnung zustehen müssen. „Bildung“ wäre dann nicht mehr, wie dies heute der Fall ist, bloss ein Mittel zum Zweck, ein Sprungbrett zu einer angenehmeren und besser bezahlten Arbeit. Bildung wäre nichts anderes als die permanente Vervollkommnung der Fähigkeiten, die sich jemand in seiner persönlichen Tätigkeit im Verlaufe seines Lebens nach und nach erwirbt. Eine so „gebildete“ Krankenpflegerin und ein so „gebildeter“ Maurer verfügen über eine nicht weniger wertvolle „Bildung“ als jene, über die eine Ärztin oder ein Rechtsanwalt verfügt. Bildung wäre dann so gesehen nicht mehr das Privileg Einzelner gegenüber anderen, sondern das Recht jedes Einzelnen und jeder Einzelnen auf die Anerkennung und Vervollkommnung ihrer individuellen Begabungen und damit auf ihren einzigartigen, unersetzlichen Beitrag zum Gelingen des Ganzen. 

Es gibt nicht nur ein Bedürfnis nach Gesundheit. Es gibt auch ein Bedürfnis nach Gerechtigkeit.

 

Ich verstehe die Wut vieler Menschen. Während gutbetuchte Schweizer Rentnerinnen und Rentner an spanischen und portugiesischen Stränden Party feiern, werden in Zürich, Bern oder St. Gallen Jugendliche, die es einfach mal ein bisschen lustig haben wollen, von der Polizei auseinandergetrieben. Während sich Gutverdienende eine Übernachtung inklusive Nachtessen und Wellnessangeboten in einem Fünfsternehotel im Engadin oder im Berner Oberland leisten können, kann sich der Bauarbeiter nach neunstündiger Schufterei nicht einmal auf der Terrasse eines Restaurants sein wohlverdientes Feierabendbier genehmigen. Während neuerdings sogar die Malediven den Aufenthalt in Luxussuiten mit Blick aufs Meer und integraler Infrastruktur für die Arbeit im Homeoffice anbieten, müssen hierzulande Angestellte, die unter prekären Bedingungen im Reinigungsgewerbe, auf dem Bau oder in Montagehallen arbeiten, sogar mit ihrer Kündigung rechnen, falls sie sich über mangelnde Coronamassnahmen an ihrem Arbeitsplatz beschweren. Und während die Vermögen des reichsten Viertels der Schweizer Bevölkerung im Verlaufe des Coronajahres 2020 erheblich anwuchsen, musste das ärmste Viertel alle seine Ersparnisse aufbrauchen oder sich nicht selten sogar zusätzlich verschulden. Ja, wer kann es da irgendwem übelnehmen, wenn er ein wenig wütend wird? Es gibt eben nicht nur das Bedürfnis nach Gesundheit. Es gibt ein ebenso starkes Bedürfnis nach Gerechtigkeit. Um nicht missverstanden zu werden: Gewalt scheint mir auf keinen Fall ein geeignetes Mittel zu sein, um unbefriedigende Verhältnisse zu verändern. Auch wehre ich mich grundsätzlich nicht gegen wirkungsvolle Massnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie. Aber wenigstens sollte alles gleichmässig und gerecht auf alle verteilt sein. Es darf nicht sein, dass soziale Gräben durch die Coronakrise noch tiefer aufgerissen werden, als sie es vorher schon gewesen waren. Denn, wie schon der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt sagte: „Was alle angeht, können nur alle lösen.“

Was wäre eine Welt ohne Kinder

 

Wenn ich in trüben Gedanken versinke und mich alle die Meldungen über wachsende Coronainfektionszahlen und Todesfälle fast in den Boden drücken, dann höre ich auf einmal draussen auf der Strasse Kinder vorüber hüpfen, spielend, singend, lachend, scherzend, als wäre nichts gewesen. Keine Frage: Viele Menschen leiden unsäglich unter der Coronapandemie, sei es, dass sie von der Krankheit selber betroffen sind, sei es, dass sie von Angehörigen Abschied nehmen mussten, sei es, dass sie ihre Arbeitsstelle verloren haben, sei es, dass sie vor lauter Einsamkeit und Verzweiflung depressiv geworden sind. Aber eben, da sind noch die Kinder. Die Kinder mitten in der Coronapandemie, die ihr Lachen und das Strahlen in ihren Augen noch nicht verloren haben, ganz so, als wären das Schätze aus einer anderen Welt, die sie noch immer in sich tragen. Ja, Kinder können viel von Erwachsenen lernen. Aber mindestens so viel können die Erwachsenen von den Kindern lernen, ganz besonders jetzt, in der Coronazeit: Dass wir, so schlimm die Umstände auch sein mögen, das Lachen nicht verlieren dürfen. Dass das wirkungsvollste Mittel, um etwas zum Guten hinzulenken, nicht Hass, Beleidigungen und Missgunst sein sollen, sondern die Liebe. Dass Fremdes, Störendes, Andersartiges nicht dazu sein soll, abgelehnt und bekämpft zu werden, sondern dazu, ernst genommen und ohne Vorteile betrachtet zu werden. Kinder sind auf wunderbare Weise noch keine Politiker und Politikerinnen, zumindest nicht im landläufigen Verständnis des Wortes. Sture Rechthaberei um jeden Preis ist ihnen fremd, auch das Aufreissen von Gräben zwischen den Menschen. Sie lieben auf wunderbare Weise ganz einfach das Leben und knüpfen geheimnisvoll unsichtbare und dennoch unvorstellbar starke Fäden zwischen allem Lebendigen. Kinder sind der grösste Schatz, nicht nur, aber ganz besonders in dieser schweren Zeit. Und während ich schon wieder in trüben Gedanken zu versinken drohe, träume ich doch gleichzeitig von einer Welt, in der es nicht mehr das höchste Ziel ist, aus Kindern möglichst schnell und effizient Erwachsene zu machen, sondern in der es das höchste Ziel aller Erwachsenen wäre, von den Kindern möglichst viel zu lernen und sich zeitlebens möglichst viel von jener wundervollen und geheimnisvollen Welt des Kindes zu bewahren. 

 

 

 

Ausgerechnet sie, die sich ein Leben lang um Alte und Kranke kümmern, werden sich im Alter keine menschenwürdige Pflege leisten können

 

„Tausende Pflegekräfte“, so Holger Schmidt in den ARD-Tagesthemen vom 7. April 2021, „haben sich wegen der überaus belastenden Arbeitsbedingungen und der schlechten Entlohnung in den vergangenen zwölf Monaten aus dem Beruf verabschiedet. Das zutiefst Ungerechte ist: Wenn die Pflegefachkräfte selber alt werden, können sie nur die Minimalrente erwarten. Ausgerechnet Menschen, die sich ihr Leben lang um Alte und Kranke gekümmert haben, werden sich dann aus eigener Kraft nicht einmal eine menschenwürdige Pflege leisten können.“ Die Pflegefachleute sind nicht die Einzigen, die eine Dienstleistung erbringen, von der sie selber nicht profitieren können. Genau gleich geht es dem Koch und der Serviceangestellten in einem Erstklasshotel, welche sich den Wein und die Speisen, welche sie kochen und servieren, selber gar nicht leisten könnten. Auch für das Zimmermädchen wäre eine Übernachtung in jenem Hotel, wo sie Tag für Tag bis zur Erschöpfung die Zimmer herrichtet, viel zu teuer. Auch der Bauarbeiter wird sich das Haus, das er bei Regen und Kälte, oft mit Schmerzen in Rücken und Beinen, gebaut hat, selber niemals kaufen können, es wäre viel zu teuer. Genau gleich geht es dem Fabrikarbeiter, der mit dem Auto der Luxusklasse, das er zusammengebaut hat, selber niemals wird fahren können. Auch die Coiffeuse wird sich kaum jene Spezialfrisur mit allen möglichen Zusatzbehandlungen leisten können, welche ihre Kundin in Anspruch nimmt. Das Gleiche gilt für den Lastwagenfahrer, der Luxusmöbel transportiert, die niemals in seiner Wohnung stehen werden. Und auch die Kinder, die Männer und die Frauen, die unter Lebensgefahr in der afrikanischen Erde nach Diamanten schürfen oder im Indischen Ozean nach Perlen tauchen, werden zeitlebens nie mehr etwas von jenen Schätzen sehen, die sie zutage befördert haben und die später in den Einkaufsmeilen westeuropäischer Städte hinter einbruchsicherem Glas verschwunden sein werden. Dies alles ist doppelt und dreifach ungerecht: Nicht nur, dass die einen viel härter arbeiten müssen als die anderen. Sondern auch, dass sie trotzdem viel weniger Geld verdienen. Und erst noch, dass sie vom Genuss der Dienstleistungen und der Waren, die sie herstellen, selber ausgeschlossen bleiben. Dies liesse sich nur ändern durch die Einführung eines Einheitslohns: Dann hätten alle die gleich langen Spiesse und alle könnten sich das, was sie selber produzieren, selber auch tatsächlich leisten. Übertriebener Luxus würde dann wohl ebenso der Vergangenheit angehören wie extreme Armut, welches nur die Kehrseiten eines Wirtschaftssystems sind, welches nur deshalb für einige wenige so „erfolgreich“ ist, weil es für so viele andere nichts als Bitterkeit und Armut bedeutet.

Neue Volksinitiative der Jungen Grünen – eine Initiative für alle

 

Die schweizerischen Jungen Grünen starten eine Volksinitiative zum „fundamentalen Umbau des Wirtschaftssystems“. Sie stellen damit den „Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Ausprägung“ infrage. Es sei höchste Zeit, das schrankenlose Wachstum von Konsum und Produktion zu stoppen und die Ressourcen der Erde schonender zu nutzen und gerechter zu verteilen, so die Initiantinnen und Initianten. Auch die Zerstörung der Artenvielfalt und die Verschmutzung von Gewässern, Luft und Boden sollen bekämpft werden. Es ist wohl von allen anderen Parteien, Bewegungen und Organisationen kaum etwas anderes zu erwarten, als dass sie sich von dieser „radikalen“ Initiative, die nicht einmal vor dem „Umbau des kapitalistischen Wirtschaftssystems“ zurückschreckt, mehr oder weniger deutlich distanzieren oder sie sogar aktiv bekämpfen werden. Selbst der „Klimastreik“ ist noch nicht sicher, ob er die Initiative unterstützen wird. Man verfolge eben lieber, so Klimastreik-Sprecherin Lena Bühler, „eigene Projekte, als jene anderer Parteien zu unterstützen“. So muss man sich nicht wundern, wenn die Klimabewegung insgesamt an Schlagkraft einbüsst, wenn sich die verschiedenen Flügel nicht einmal auf eine so grundlegende und vielversprechende Initiative wie jene der Jungen Grünen einigen können. Aber nicht nur der Klimastreik ist zum Mitmachen aufgefordert. Mindestens so sehr müsste sich die Sozialdemokratische Partei mit dieser Initiative solidarisieren, entspricht sie doch haargenau dem im Parteiprogramm der SP formulierten Ziel einer „Überwindung des Kapitalismus“. Und was ist mit den Gewerkschaften? Sind die Lohndrückerei, die immer härteren Arbeitsbedingungen, der zunehmende Stress am Arbeitsplatz und der stetig zunehmende Konkurrenzkampf nicht allesamt Folgen des „Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Ausprägung“? Und wie steht es mit der „Mitte“, jener Partei, die unlängst noch ein „C“ für „christlich“ in ihrem Namen trug? Wie verträgt sich das kapitalistische Wirtschaftssystem mit den christlichen Werten der Nächstenliebe, der sozialen Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung? Und was ist mit der FDP, welche sich die individuelle Freiheit und Selbstverantwortung auf die Fahnen geschrieben hat? Wird Freiheit in einer Welt, in der einige wenige Reiche alle nur erdenkbaren Privilegien geniessen und die meisten anderen auf immer mehr verzichten müssen, nicht je länger je mehr zur reinen Illusion und müsste sich nicht auch die FDP für grösstmögliche soziale Gerechtigkeit einsetzen, damit möglichst viele oder besser noch alle Menschen in den Genuss grösstmöglicher Freiheiten und Privilegien gelangen können? Bleibt noch die Schweizerische Volkspartei. Wenn sie den Begriff des „Volkes“ nicht nur in ihrem Namen tragen will und wenn sie dafür sorgen will, dass ihre Schlagworte wie „Demokratie“ und „Selbstbestimmung“ nicht nur leere Worthülsen bleiben, dann müsste auch sie der Initiative der Jungen Grünen grosse Sympathien entgegenbringen, sind doch die Ansammlung von Reichtum in den Händen weniger, die Übermacht multinationaler Konzerne und die mit politischer Apathie verbundene Verarmung weiter Bevölkerungskreise nichts weniger als Gift für eine intakte, funktionierende Demokratie. Aber selbst wenn alle diese Argumente nicht überzeugen sollten: Alle Parteien von der SP bis zur SVP hätten ein ureigenes Interesse daran, die Initiative der Jungen Grünen zu unterstützen. Denn wenn wir zu unseren natürlichen Lebensgrundlagen nicht endlich dringendst Sorge tragen, dann wird früher oder später ein Weiterleben der Menschen auf diesem Planeten ohnehin nicht mehr möglich sein und dann wird es auch keine politischen Parteien mehr geben, die sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, statt ihre Grabenkämpfe zu überwinden und sich zusammenzuraufen, um gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft und ein gutes Leben für alle zu kämpfen.   

Kemala Harris und die Flüchtlinge an der mexikanisch-amerikanischen Grenze: Zeit für ein neues Kapitel der Geschichte

 

#SRFglobal, das Auslandmagazin des Schweizer Fernsehens SRF, beleuchtete am 1. April 2021 die Flüchtlingssituation an der Südgrenze der USA. Erwähnt wurde auch die Rolle der US-Vizepräsidentin Kemala Harris, die zu dieser Thematik wie folgt öffentlich Stellung nahm: „Ich habe den Auftrag erhalten, mich um das Flüchtlingsproblem an der Südgrenze der USA zu kümmern, um die Menschen, die ihre Heimatländer Mexiko, El Salvador, Guatemala und Honduras verlassen auf der Suche nach einem besseren Leben. Ich werde mich um die Ursachen der Migration kümmern. Das wird nicht einfach sein – aber es ist notwendig.“ #SRFglobal ging im Folgenden den internen Ursachen der Migration wie Armut, Korruption, Drogenhandel, fehlende Bildung, Gewalt und Unterdrückung der Frauen ein. Zweifellos wesentliche Ursachen dafür, dass Menschen ihre Heimat verlassen, um ihr Glück in einem Land zu suchen, das ihnen im Vergleich zu ihrem bisherigen Leben geradezu als „Paradies“ erscheinen muss. Wenig oder fast gar nicht aber ging der Beitrag auf die externen Gründe der Migration ein, nämlich auf das Wohlstandsgefälle zwischen Norden und Süden. So wenig nämlich Afrika bloss deshalb arm ist, weil die dortigen Regierungen korrupt sind oder die Menschen zu wenig gebildet sind oder zu wenig fleissig arbeiten würden, so wenig sind die Menschen Mittel- und Südamerikas bloss deshalb so arm, weil sie so schlechte Regierungen haben oder zu wenig gute Schulen oder zu viel Gewalt auf den Strassen. Nein, sowohl Afrika wie auch Mittel- und Südamerika sind vor allem deshalb so arm, weil ihre nördlichen „Gegenspieler“, USA und Kanada auf der einen Seite, Europa auf der anderen, so reich sind. Der Reichtum im Norden und die Armut im Süden sind die beiden gegenseitig voneinander abhängigen Kehrseiten jenes kapitalistischen Wirtschaftssystems, das seine Wurzeln im Kolonialismus, in der Sklavenarbeit, der Ausbeutung von Rohstoffen, der industriellen und militärischen Vorherrschaft und dem internationalen Finanzsystem hat. Heute noch, wie vor 500 Jahren, werden die Kakaobohnen, zu Hungerlöhnen geerntet, vom Süden in den Norden geliefert, dort zu feinster Schokolade verarbeitet und zum hundertfachen Preis wieder verkauft. Und was für die Kakaobohne gilt, das gilt für tausend weitere Produkte, Rohstoffe und Bodenschätze, welche das Blut und die Tränen des Südens unaufhörlich in das Gold des Nordens verwandeln, das Elend der Slums im Süden in die goldenen Fassaden der endlos wachsenden Wolkenkratzer des Nordens, wo das Geld schon längst immer weiter von ganz alleine in die Höhe wächst, Millionen von Menschen nicht einmal mehr arbeiten müssen und dennoch immer reicher werden, während die Menschen im Süden sich zu Tode rackern und dennoch nicht einmal genug Geld verdienen, um sich einmal pro Tag eine Mahlzeit leisten zu können. Noch immer, wie vor 500 Jahren, befinden sich die Länder des Südens im Würgegriff der Länder des Nordens. Auch heute noch, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam zeigt, verdienen die Länder des Nordens im Handel mit den Ländern des Südens das Fünfzigfache dessen, was sie ihnen in Form von „Entwicklungshilfe“ wieder zurückgeben. Und deshalb können die Stacheldrahtzäune, die Mauern und die Minenfelder zwischen den Ländern des Nordens und den Ländern des Südens noch so hoch gebaut werden – die Menschen werden nicht aufhören und werden, im Gegenteil, in immer grösserer Zahl den Weg aus der Hölle ins Paradies zu finden versuchen. Kemala Harris tut gut daran, sich nicht nur um die Folgen der Migration zu kümmern, sondern vor allem um deren Ursachen. Das wird, um es mit den Worten der US-Vizepräsidentin zu sagen, nicht einfach sein, aber notwendig. Und es wird, alles andere wäre nutzlos, nicht mehr und nicht weniger bedeuten als ein neues Kapitel in der Geschichte der Menschheit, in dem nicht nur die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, zwischen Schwarz und Weiss, zwischen Arbeiterinnen und Unternehmern, sondern auch zwischen den Ländern des Südens und den Ländern des Nordens endlich Wirklichkeit geworden sein wird. 

Pandemie, Klimawandel, Armut und Hunger: Alles hängt mit allem zusammen

 

Mit grösster Wahrscheinlichkeit, so das Ende März 2021 bekanntgegebene Resultat eines internationalen Untersuchungsausschusses, ist das Coronavirus ursprünglich in der chinesischen Provinz Wuhan von der Fledermaus auf den Menschen übertragen worden. Expertinnen und Experten befürchten nun, dass sich weitere Pandemien dieser Art in der Zukunft häufen könnten. Denn, so Gertraud Schüpbach, Veterinärin und Epidemiologin an der Universität Bern, in der Sendung „10 vor 10“ am Schweizer Fernsehen vom 30. März 2021: „Wir beobachten in den letzten zwanzig Jahren, dass Pandemien immer häufiger vorkommen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Welt ist eindeutig kleiner geworden. Zum einen nimmt der Reiseverkehr sehr stark zu. Auch der Handel mit Tieren und Wildtieren nimmt stark zu. Und der Mensch dringt immer weiter in unberührte Lebensräume der Natur vor und es kommt zu immer häufigeren Kontakten zwischen Menschen, exotischen Tieren und Viren.“ Schüpbach fordert daher ein „weltweites Frühwarnsystem, das Menschen, Tiere und die Natur mit einbezieht.“ Es ist vielleicht kein Zufall, dass dieser Tage eines der weltweit grössten Containerschiffe im Suezkanal stecken geblieben ist, Hunderte von Frachtschiffen während Tagen blockiert waren und unzählige globale Lieferketten kurz vor dem Zusammenbruch standen. Es ist wahrscheinlich auch kein Zufall, dass der Amazonasurwald schon wieder brennt, weite Teile Afrikas von Dürre und Hunger heimgesucht werden, Taifune und Wirbelstürme weltweit Küstengebiete verwüsten, die Gletscher immer schneller dahinschmelzen, der Meeresspiegel unaufhaltsam ansteigt und die Zahl der Menschen, die auf der Suche nach einem besseren Leben ihre von Krieg, Armut und Hunger versehrte Heimat verlassen, immer weiter anwächst. Ja, Gertraud Schüpbach hat Recht: Wir brauchen ein weltweites Frühwarnsystem. Aber nicht eines bloss gegen zukünftige Pandemien und ein anderes gegen den Klimawandel und wieder eines gegen Ausbeutung, Rassismus, Kriege, Armut und Hunger. Nein, wir brauchen ein einziges grosses, umfassendes Frühwarnsystem gegen alles zusammen. Denn wo wir auch hinschauen, ob auf die brennenden Wälder in Brasilien, ob auf all jene, die weltweit am Coronavirus verstorben sind oder auf die eine oder andere Weise unsäglich darunter leiden, ob auf die Flüchtlinge auf Lesbos oder jene an der mexikanisch-amerikanischen Grenze, ob auf die Kinder Afrikas, die millionenfach schon vor ihrem fünften Lebensjahr vor Hunger, Durst oder Erschöpfung sterben, ob auf die unsäglich leidenden Tiere in viel zu engen Laderäumen auf Lastwagen und in Schiffen, geschlagen, zerschunden, gequält: Alles hängt mit allem zusammen. Die Erde brennt, die Menschen bluten, die Natur leidet ohne Ende. Es wäre eine unverzeihliche Illusion, davon auszugehen, wir könnten den Ausbruch zukünftiger Pandemien erfolgreich verhindern, ohne nicht gleichzeitig auch alle anderen Wunden, unter denen unsere Erde, die Menschen und die Tiere leiden, zu heilen. Entweder wird alles zusammen heil oder es geht alles zusammen unter. Ohne eine radikale Überwindung des herrschenden Wirtschaftssystems, das immer noch und mehr denn je auf endlose Profitmaximierung, gnadenlose Ausbeutung von Mensch und Natur und einen blinden, jeglichem gesunden Menschenverstand spottenden Wachstumsglauben ausgerichtet ist, werden wir kein einziges der sozialen, wirtschaftlichen, gesundheitlichen und ökologischen Probleme, die uns heute bedrohen, dauerhaft lösen können. Denn, wie schon der Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt sagte: „Was alle angeht, können nur alle lösen.“ 

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