Die beängstigende Frage, ob sich der am 28. Februar dieses Jahres begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran schlimmstenfalls zu einem dritten Weltkrieg ausweiten könnte, stand am Anfang des Buchser Montagsgesprächs vom 13. April. Gingen die Meinungen über die Kriegsursachen zum Teil auseinander, war man sich im zweiten Teil der Diskussion, in der es um mögliche Lösungen und den Blick in die Zukunft ging, weitgehend einig.
Sucht man nach «Schuldigen», dies zeigte sich im Verlaufe des Abends immer deutlicher, so wird es schwierig. Sei die Spirale der Gewalt erst einmal in Gang gesetzt, so eine mehrfach geäusserte Ansicht, lasse sie sich kaum mehr stoppen, die Ängste der einen Seite verstärkten die Ängste der anderen, mehr Aufrüstung und mehr Gewalt auf der einen Seite führten zu mehr Aufrüstung und Gewalt auf der anderen. Begonnen habe diese Entwicklung schon im Jahre 1948, als sich jüdische Siedler mit Gewalt Gebiete aneigneten, die zuvor während Jahrhunderten von einer arabischen Bevölkerung bewohnt gewesen waren.
Unverständnis wurde unter anderem angesichts der Tatsache geäussert, dass die USA wie auch Israel ihren Angriff auf den Iran damit begründet hätten, dadurch die Entwicklung einer iranischen Atombombe zu verhindern, obwohl die USA selber über mehr als 5000 Atomsprengköpfe verfügen und sich Israel seinerseits im Besitz von geschätzt 80 bis 85 Atomsprengköpfen befindet.
«Eine Lösung gibt es nur, wenn wir den Charakter der Menschen verändern» – diese Aussage einer Frau, die sich aufgrund der zahlreichen weltweit wütenden Kriege überfordert und hilflos fühle, führten zu einer spannenden Schlussdiskussion und zur Frage, woher das Böse komme. Nicht aus der Natur des Menschen, so war man sich einig, sondern aus falscher Erziehung, doktrinären Systemen, Machtstrukturen, welche oft den Aufstieg von Menschen mit Persönlichkeitsdefiziten oder eigener Gewalterfahrung in einflussreiche Positionen möglich machten, während sich sensible und selbstkritische Menschen eher von Machtpositionen fernhielten und anderen das Feld überliessen, die dazu neigten, Macht zu eigenen Zwecken zu missbrauchen.
«Jeder muss mit der Veränderung bei sich selber beginnen», «Der Frieden muss in uns selber beginnen», «Es braucht in der Politik viel mehr Transparenz», «Wir müssen den Mut haben, Missstände und Systemfehler zu benennen, auch wenn dies nicht allen passt», «Wir müssen versuchen, nicht nur das Schlechte, sondern auch das Gute zu sehen», «Wir können mehr bewirken, wenn wir positive Beispiele einer friedlicheren und sozialeren Welt aufbauen, statt bloss das Alte zu bekämpfen», «Wir brauchen neben Arbeit und Freizeitaktivitäten mehr Zeit für die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen» – dies einige der Schlussvoten, sodass am Ende dieses Montagsgesprächs trotz dunklen Zeiten und düsteren Zukunftsprognosen auch viele positive Gefühle und die Zuversicht auf ein neues Zeitalter in Frieden und Gerechtigkeit zurückblieben.