34. Montagsgespräch vom 12. Oktober 2026: Kann die Klimaerwärmung noch aufgehalten werden?

Der heisseste Sommer seit Messbeginn im Jahre 1864. Ausgetrocknete Flüsse. Futtermangel und Ernteausfälle. Massiver Gletscherschwund. Trotzdem wird in der Öffentlichkeit nur selten darüber diskutiert, ob und wie die zunehmende Klimaerwärmung überhaupt noch aufgehalten werden könnte, statt sich ihr bloss mit einzelnen Schutzmassnahmen besser anzupassen. Diese Frage stand im Mittelpunkt des Buchser Montagsgesprächs vom 12. Oktober.  

Erste Voten gingen in die Richtung einer möglichst wirkungsvollen Reduktion des für die Klimaerwärmung hauptverantwortlichen CO2-Ausstosses. Zwangsläufig kam man dabei auf die Möglichkeiten zum Ersatz fossiler Energieträger durch Elektrizität zu sprechen. Dies wiederum löste die Frage aus, ob und wie der dadurch benötigte Strombedarf so gedeckt werden könnte, dass es nicht andere schädliche Einflüsse auf die Umwelt zur Folge hätte.

In einem zweiten Teil der Diskussion ging es um grundsätzlichere Fragen wie etwa: Ist die fortschreitende Klimaerwärmung nicht vor allem die Folge eines allzu verschwenderischen Lebensstils? Eine zweifellos berechtigte Frage, wenn man sich vor Augen führt, dass mehr als die Hälfte des gesamten weltweiten CO2-Ausstosses durch die am meisten industrialisierten Länder verursacht wird, in denen nur zehn Prozent der gesamten Weltbevölkerung leben. Auch die Frage, ob nicht das nach wie vor weitgehend unbestrittene Ziel eines unbegrenzten Wirtschaftswachstums die Hauptursache des Klimawandels bilde, wurde ausgiebig diskutiert, und damit auch die Frage, ob es nicht letztlich das auf materielles Profitstreben und Gewinnmaximierung ausgerichtete kapitalistische Wirtschaftssystem sei, welchem die Hauptverantwortung für die fortschreitende weltweite Klimaerwärmung zuzuschreiben sei.  

Im dritten Teil der Diskussion stand der Blick in die Zukunft im Vordergrund. Eine Diskussionsteilnehmerin wies darauf hin, dass den meisten Menschen der Ernst der Lage noch viel zu wenig bewusst sei. So etwa seien auch nach Missernten infolge von Dürre die Gestelle in den Supermärkten stets bis zum Rande gefüllt. Erst wenn die Menschen unmittelbar mit den Folgen der Klimaerwärmung konfrontiert seien, gäbe es wohl die Chance für notwendige politische Veränderungen. Ein anderer Diskussionsteilnehmer stellte sogar die These in den Raum, dass früher oder später ein Wirtschaftssystem, das den Bezug zu den Grenzen der globalen Ressourcen verloren habe, so oder so zusammenbrechen werde. Auf die Frage, was darnach kommen werde, meinte er: «Die Menschen werden sich dann wieder in lokalen Gruppen organisieren und Wege zu einem bescheideneren Leben im Einklang mit ihrer natürlichen Lebensumgebung suchen.» Der Abend klang mit der Hoffnung aus, dass es bereits heute weltweit immer mehr lokale und regionale Bewegungen gibt, die daran sind, neue Wege in der Richtung auf ein zukünftiges Überleben der Menschheit in gegenseitiger Solidarität und im Einklang mit der Natur zu erkunden.