Archiv des Autors: Peter Sutter

Mittagsnachrichten vom 25. Mai 2025 am Schweizer Radio SRF: Zwei Bilder suchen den Weg in die Köpfe der Menschen, das eine führt in den Krieg, das andere in den Frieden…

Peter Sutter, 29. Mai 2025

Hätte noch jemand die Illusion gehabt, wenigstens die offiziellen Schweizer Medien würden einigermassen objektiv und ausgewogen über das aktuelle Tagesgeschehen berichten, müsste sich diese Illusion spätestens heute, am 25. Mai 2025, in Nichts aufgelöst haben…

Denn das bekamen an diesem Tag die Hörerinnen und Hörer der Mittagsnachrichten auf Radio SRF zu hören:

Die Ukraine hat einen der grössten Angriffe seit Beginn des russischen Angriffskriegs hinter sich. Russland griff die Ukraine die zweite Nacht in Folge aus der Luft an. Der ukrainische Präsident Selenski spricht von Terror. Aus Kiew berichtet Peter Sowitzki von der ARD: „Wieder hat Russland die Ukraine massiv aus der Luft angegriffen. Die Attacken mit etwa 300 Drohnen sowie 70 Raketen und Marschflugkörpern forderten mindestens zwölf Todesopfer, über 60 Personen wurden verletzt. Unter den Toten sind mindestens drei Kinder. Im Zuge der Luftangriffe gab es ebenso Schäden an Gebäuden, darunter ein Studentenwohnheim in Kiew. Der ukrainische Präsident Selenski rief einmal mehr zu einem härteren Vorgehen gegen Russland auf. Ohne starken internationalen Druck, vor allem der USA und Europas, könne die russische Führung nicht gestoppt werden, schrieb Selenski in seinem Telegramkanal. Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas zeigt sich erschüttert über die neuesten Angriffe und dass dabei auch Kinder gestorben seien. Dies zeige, dass Russland weiteres Leid und die Vernichtung der Ukraine anstrebe. Es brauche den stärksten internationalen Druck auf Russland, um den Krieg zu beenden.“

Und ausserdem noch das:

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine Rakete abgefangen, die aus dem Jemen abgefeuert worden war. Zuvor hatte es in mehreren Teilen Israels Luftalarm gegeben, etwa in Jerusalem. Seit Beginn des Gazakriegs feuern jemenitische Huthi-Rebellen immer wieder Raketen auf Israel. Die Rebellen bezeichnen dies als Solidaritätsbekundung für die Hamas im Gazastreifen. Zum neuesten Raketenbeschuss äussern sich die Huthis nicht. Die israelische Luftabwehr hat bisher die meisten Huthi-Raketen abgefangen oder sie im Meer versenkt, bevor sie Israel erreichten.

Mehr gab es weder zum Ukrainekonflikt noch zur Lage im Nahen Osten zu hören, noch zum übrigen Weltgeschehen.

Doch in dieser gleichen Nacht vom 24. auf den 25. Mai 2025, da in der Ukraine zwölf Menschen durch russische Drohnenangriffe getötet wurden, verloren im Gazastreifen gemäss unterschiedlicher Schätzungen 300 bis 500 Menschen, davon mehrheitlich Frauen und Kinder, ihr Leben infolge der erneut intensivierten Bombardierungen durch die israelische Luftwaffe nach dem einseitigen und unbegründeten Abbruch der Waffenruhe durch die israelische Regierung vor wenigen Tagen, inmitten unabsehbarer Trümmerfelder, in denen kaum mehr ein Stein auf dem andern steht, selbst fast alle Spitäler dem Erdboden gleichgemacht wurden und Zehntausende von Kindern unter unvorstellbaren Schmerzen von unmittelbarem Hungertod bedroht sind. In der gleichen Nacht vom 24. auf den 25. Mai geschah eine weitere unvorstellbare Tragödie: Es trafen rund 4000 Menschen, die aus der vom Krieg total verwüsteten sudanesischen Region Zamzam geflüchtet waren, nach einem mehrtägigen Gewaltmarsch in der Ortschaft Tawila ein, besser gesagt jene, welche die Flucht überlebt hatten und nicht auf dem Weg dorthin liegen geblieben waren, weil ihre Kraft nicht mehr ausgereicht hatte, um auch nur einen einzigen Schritt weiterzugehen – die in Tawila Angekommenen hatten tagelang weder etwas gegessen noch etwas getrunken, befanden sich zum allergrössten Teil in einem lebensgefährlichen Zustand von Dehydrierung und Erschöpfung, konnten sich teils nur noch auf dem Boden kriechend fortbewegen und es war ihnen nichts geblieben ausser den Kleidern an ihrem Leib, oft nicht einmal das. In der gleichen Nacht vom 24. auf den 25. Mai 2025 wurden zudem, wie seit Monaten auch in allen anderen Nächten zuvor, erneut Dutzende von Flüchtlingen, darunter auch Frauen und Kinder, in Kleinbussen, eng aneinander gepfercht, von Tunesien aus an die Grenze zur libyschen Wüste gekarrt, dort angelangt durch bis an die Zähne bewaffnete Frontex-Sicherheitsleute aus den Bussen gerissen und in ein bitterkaltes und tiefdunkles Niemandsland hinausgeprügelt, aus welchem die wenigsten von ihnen jemals wieder lebendig zurückkehren würden – ein mit EU-Geldern in Millionenhöhe gesponsertes „Sicherheitsprogramm“, von dem die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei seiner Lancierung vor zwei Jahren geschwärmt hatte, dass es sich um eine ganz besonders „humane“ Massnahme handle, um Europa von einer zu grossen Anzahl von aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und afrikanischen Ländern Geflüchteten zu verschonen. Und in der gleichen Nacht vom 24. auf den 25. Mai 2025 starben, zusätzlich zu den unzähligen Opfern in den derzeit rund 60 Kriegsgebieten von der Westsahara über den Ostkongo bis nach Myanmar, wie an jedem einzelnen auch aller anderen Tage, erneut weltweit rund 7’000 Kinder vor dem Erreichen ihres fünften Lebensjahrs unter unvorstellbaren Qualen, weil sie in ihrem ganzen bisherigen, viel zu kurzen Leben auch nicht einen einzigen Tag lang genug zu essen bekommen hatten.

Es versteht sich von selber, dass auch das Schweizer Radio SRF, selbst wenn es sich noch so viel Mühe gäbe, in einer etwa fünfminütigen Nachrichtensendung nicht annähernd über all das berichten könnte, was sich in den 24 Stunden zuvor weltweit an Verbrechen, kriegerischen Ereignissen, Todesopfern durch Armut, Hunger oder politischer Verfolgung ereignet hat, von der schleichend zunehmenden, die gesamte Zukunft der Menschheit bedrohenden Klimaerwärmung ganz zu schweigen. Doch gäbe es ja nebst den Mittagsnachrichten um 12.30 Uhr jede halbe Stunde von früh bis spät weitere Nachrichtensendungen, in denen man jeweils wieder andere Themenschwerpunkte setzen und andere wichtige Ereignisse stichwortartig ergänzen könnte. Auch wenn nicht sämtliche Radiohörerinnen und Radiohörer alle diese Sendungen lückenlos zu Ohr bekämen, ergäbe sich auf solche Weise dennoch insgesamt ein weitaus umfassenderes, objektiveres Bild des aktuellen Tagesgeschehens, als wenn die oben zitierte Berichterstattung, in der es ausschliesslich um die russischen Drohnenangriffe auf die Ukraine und die erfolgreiche Abwehr von jemenitischen Raketen durch Israel ging, zwanzig Mal in nahezu identischer Ausführung wiederholt wird. Man könnte zwar einwenden, unterschiedlichste Themen würden sehr wohl in der grossen Palette sämtlicher Radiosendegefässe berücksichtigt, jedoch haben die offiziellen Nachrichten zu jeder halben Stunde ein ganz besonderes Gewicht: Viele, die sich nur kurz über das Allerwichtigste informieren möchten und keine Zeit haben, stundenlang am Radio zu sitzen, machen sich aufgrund dieser äusserst knapp gehaltenen Informationen ihr Bild über das, was zur Zeit gerade an wirklich „Wichtigem“ und „Wesentlichem“ abläuft. Und das ist dann schliesslich auch das, was in den meisten Köpfen über längere Zeit hinweg hängenbleibt.

Das ist die erste Erkenntnis: Dass Nachrichtensendungen in dieser Kürze nur einen winzigsten Splitter der Gesamtrealität vermitteln können und es völlig willkürlich ist, welche dieser Splitter in den Vordergrund gestellt werden und welche nicht. Wäre es an diesem 25. Mai 2025 tatsächlich darum gegangen, jenen Ereignissen am meisten Raum zu gewähren, welche die allermeisten Todesopfer und die allermeisten Zerstörungen zur Folge gehabt hatten, dann hätte die Meldung über zwölf Todesopfer infolge russischer Drohnenangriffe auf die Ukraine selbst in einer Nachrichtensendung, die hundert Stunden gedauert hätte, ohne allen Zweifel keinen Platz finden können.

Die zweite Erkenntnis aber, und diese ist fast noch erschreckender, besteht darin, auf welche Weise, mit was für Worten, Absichten, emotionalen Beeinflussungsmitteln und versteckten Botschaften Nachrichtensendungen solcher Art ausgestaltet werden. Schauen wir uns den Wortlaut und seine jeweilige Wirkung am Beispiel der Schweizer Radio-Mittagsnachrichten vom 25. Mai 2025 im Einzelnen etwas genauer an…

Erstens: „Einen der grössten Angriffe“ ganz zu Beginn der Meldungen suggeriert, dass es hier um etwas geht, was alles Bisherige, aber auch alles andere, was weltweit gerade geschieht, bei Weitem übertrifft, sonst würde man es ja nicht gleich am Anfang der Sendung erwähnen. Zweitens: Dass in westlichen Medien im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine nie einfach nur von einem „Krieg“ die Rede ist, sondern stets von einem „russischen Angriffskrieg“, zeigt die heimliche, nicht offen deklarierte Absicht, jeglichen Gedanken daran, dass auch der Westen eine Mitschuld am Ausbruch dieses Kriegs tragen könnte, zum Vornherein gar nicht erst aufkommen zu lassen. Drittens: Der vom ukrainischen Präsidenten Selenski im Zusammenhang mit den russischen Drohnenangriffen stets ganz bewusst und gezielt verwendete Begriff des „Terrors“ wird hier offensichtlich ganz gezielt zitiert, gibt es doch nur wenige andere Wörter, welche so starke negative Emotionen auszulösen vermögen. Wenn aber der von russischen Drohnen verursachte Tod von zwölf Menschen als „Terror“ bezeichnet wird, mit welchem Wort müsste man dann die von der israelischen Luftwaffe verübten Bombardierungen des Gazastreifens bezeichnen, welche bis zur Stunde nahezu 100’000 Menschen, grösstenteils Frauen und Kindern, das Leben gekostet hat? Und müsste man minimalster Ausgewogenheit zuliebe nicht beispielsweise auch Aussagen wie jene des ehemaligen israelischen Parlamentsmitglieds Moshe Feiglin erwähnen, der am 20. Mai 2025 auf dem israelischen TV-Sender Channel 14 Folgendes zum Besten gab: „Jedes Kind, jedes Baby in Gaza ist unser Feind. Der Feind ist nicht die Hamas. Wir müssen Gaza erobern und kolonialisieren und kein einziges Kind aus Gaza dort lassen. Es gibt keinen anderen Sieg.“ Viertens: Weshalb wird fast der gesamte Nachrichtenblock zum Thema Ukraine auf dem Schweizer Radio ausgerechnet von einem ARD-Korrespondenten bestritten, obwohl man doch wissen müsste, dass Deutschland im gegenwärtigen Spannungsfeld zwischen der Ukraine und Russland die mit Abstand härteste und kompromissloseste Haltung aller westlichen Länder einnimmt und sämtliche deutsche Mainstreammedien mit dieser einseitigen, ausschliesslich auf eine militärische Lösung fixierten Haltung mehr oder weniger gleichgeschaltet sind. Werden also auch die Schweizer Medien zusehends zu kritikfreien Sprachrohren und Echokammern deutscher und weiterer europäischer Medien? Gehören so etwas wie schweizerische Eigenständigkeit, Sorgfalt und journalistische Seriosität bereits endgültig der Vergangenheit an? Fünftens: Dass unter den Toten „mindestens drei Kinder“ gewesen seien, soll wohl als besonders schreckliche und unmenschliche Folge des russischen „Terrors“ interpretiert werden. Keine Frage, dass jedes getötete Kind eines zu viel ist. Aber was ist dann mit all den anderen Abertausenden Kindern, die weltweit während des gleichen Zeitraums durch Hunger, Krieg, Zerstörung oder andere Formen von Gewalt ihr Leben verloren haben? Was ist mit jenem Vater und jener Mutter in einem bis auf den Erdboden zerbombten Dorf im Norden des Gazastreifens, die in der gleichen Nacht, als in der Ukraine drei Kinder durch einen russischen Drohnenangriff getötet wurden, neun von ihren zehn Kindern innerhalb einer einzigen Minute durch eine israelische Bombe verloren haben? Warum werden diese neun Kinder in keiner westlichen Nachrichtensendung jemals erwähnt? Ist ein palästinensisches Leben so viel weniger wert als ein ukrainisches oder schweizerisches?

Sechstens: Dass in der Ukraine auch ein „Studentenheim“ beschädigt wurde, ist gewiss höchst verwerflich, aber was ist mit den Dutzenden von Schulen, Bibliotheken, Lebensmittelgeschäften, Kulturzentren, Moscheen und Krankenhäusern im Gazastreifen, die nicht nur beschädigt, sondern sogar komplett zerstört wurden? Siebtens: Dass Selenski aus seiner Sicht ein „härteres Vorgehen gegen Russland“ und „mehr internationalen Druck“ fordert, kann man aus seiner Sicht ja verstehen, doch lassen fast sämtliche westliche Medien vergleichbare Forderungen gegenüber dem israelischen Kabinett von Benjamin Netanyahu, was zweifellos noch weit mehr auf der Hand liegen müsste, nahezu gänzlich vermissen. Achtens: Dass die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas an dieser Stelle zitiert wird, kann wohl ebenso wenig ein Zufall sein, gilt sie doch unter den europäischen Politikerinnen und Politikern im Zusammenhang mit dem Ukrainekonflikt als eine der vehementesten und aggressivsten Hardlinerinnen. Müsste man minimaler Objektivität zuliebe dann nicht etwa auch einen Politiker wie den SPD-Mann Rolf Mützenich zitieren, der unablässig und eindringlich davor warnt, den Ukrainekonflikt ausschliesslich mit militärischen Mitteln lösen zu wollen und damit im schlimmsten Fall die Gefahr eines dritten Weltkriegs heraufzubeschwören? Weshalb werden massiv kriegstreibende Aussagen wie jene von Selenski oder Kallas einfach so im Raum stehen gelassen, ohne dass auch nur ein einziges kritisches Wort in Form eines unabhängigen redaktionellen Kommentars dazu angebracht wird? Neuntens: Dass, wie Kallas behauptet, Russland die „Vernichtung der Ukraine“ anstrebe, ist eine glatte Lüge, für die es keinen einzigen vertrauenswürdigen Beweis gibt und die einfach so unbesehen über das Schweizer Radio weiterverbreitet wird. Was Russland tatsächlich fordert, ist einzig und allein, dass die Ukraine nicht ein Mitglied der NATO werden und dass die ukrainische Regierung von Mitgliedern jener rechtsextremen Kräften befreit werden soll, unter deren rassistischer Politik, Diskriminierung, Bevormundung und gewalttätigen Ausschreitungen die russischsprachige Bevölkerung in der Ostukraine seit mehr als zehn Jahren massiv leiden musste. Auch für die in sämtlichen Mainstreammedien, wiederum vor allem in Deutschland, aber zunehmend auch in der Schweiz und anderen europäischen Ländern im Zuge einer immer stärker geschürten Kriegseuphorie verbreiteten Behauptung, das Ziel Russlands sei die Eroberung ganz Europas, gibt es keinen einzigen glaubwürdigen Beleg, sie dient einzig und allein der Angstmacherei und der daraus resultierenden Rechtfertigung für ein nie dagewesenes Mass an militärischer Aufrüstung, welche die von Russland für seine Armee aufgebrachten Finanzen um ein Vielfaches übertrifft. Wenn es ein Land gibt, dessen Ziel es ist, eine anderes Land vollkommen auszulöschen, dann ist dies zurzeit nicht Russland, sondern Israel, dessen Regierungspolitik ganz unverblümt und „offiziell“ die vollständige Vernichtung des Gazastreifens verfolgt, inklusive der Ermordung selbst aller eben dort zur Welt gekommener Babys.

Zehntens: Wer nun erwartet hätte, dass in den Mittagsnachrichten des Schweizer Radios nach der Verurteilung der russischen Kriegspolitik auch die israelische Kriegspolitik und der von dieser an palästinensischen Kindern, Frauen und Männern seit dem 7. Oktober 2023 begangene Völkermord angemessen verurteilt würde, sieht sich erst recht enttäuscht. In einer grandiosen, nur schon den geringsten Anflug von Objektivität und Realitätsbezug ausschliessenden Täter-Opfer-Umkehr wird Israels Bedrohung durch aus Jemen von Huthi-Rebellen abgefeuerte Raketen, die allesamt hätten abgefangen werden können und kein einziges Todesopfer unter der israelischen Zivilbevölkerung zur Folge gehabt hätten, offenbar als so wichtig eingestuft, dass über die unbeschreiblichen Leiden, die dem palästinensischen Volk derzeit durch eben dieses dieses Israel zugefügt werden, auch nicht ein einziges Wort verloren wird. Hingegen wird festgehalten, dass die Huthis sich zum „neuesten Raketenbeschuss“ nicht einmal „geäussert haben“ – als hätte sich der israelische Ministerpräsident Netanyahu, der noch vor wenigen Tagen vom neuen deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz in allen Ehren empfangen wurde, jemals zur Vernichtung von bald 100’000 Menschen im Gazastreifen auch nur mit einem einzigen Wort geäussert, oder wenn, dann höchstens in der Weise, dass es sich dabei um ein „legitimes Recht“ seines Landes handle, sich gegen Angriffe von aussen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr zu setzen…

Zusammenfassend kann man wohl ohne jegliche Übertreibung zum Schluss gelangen, dass die Schweizer Radiozuhörerschaft am 25. Mai 2025 ebenso gut Nachrichten eines ukrainischen oder israelischen Propagandasenders hätte hören können und in etwa ziemlich genau in der gleichen Art und Weise „informiert“ worden wäre wie durch das angeblich so objektive und „wahrheitsgetreue“ Nachrichtenmedium eines scheinbar neutralen Staates wie der Schweiz. In Tat und Wahrheit ist das, was unsere scheinbar „objektiven“ Mainstreammedien betreiben, fast noch schlimmer als jede in Diktaturen verbreitete einseitige und tendenziöse Staatspropaganda. Denn während sich in Diktaturen lebende, kritisch denkende Menschen wenigstens bewusst sind, dass sie den offiziellen Berichterstattungen ihrer staatlichen Medien nicht über den Weg trauen dürfen, wiegt sich in den westlichen „Demokratien“ die Mehrheit der Bevölkerung immer noch in der Illusion, durch die eigenen Medien umfassend und wahrheitsgetreu informiert zu werden. Insbesondere Menschen mit persönlichen Kontakten und Begegnungen zu den in unseren Medien zu Inbegriffen des Bösen hochstilisierten Feindbildern weisen immer wieder eindringlich auf die Gefährlichkeit solcher extremen Schwarzweissmalerei hin, so etwa Yves Rossier, langjähriger Schweizer Botschafter in Moskau: „Wir dürfen nicht alles glauben, was uns im Westen erzählt wird.“

Dieses hier propagierte und völlig tendenziös gemalte Bild, wonach es beim grossen aktuellen Weltgeschehen vor allem um einen „Kampf“ zwischen dem vermeintlich „Guten“ und dem vermeintlich „Bösen“ handelt, beherrscht derzeit auf erschreckende Weise nahezu die gesamten europäischen Mainstreammedien. Das „Gute“ in dieser Weltsicht verkörpern dabei selbstverständlich die sogenannten westlichen „Demokratien“, welche angeblich die einzigen wirklichen Garanten für Freiheit und Menschenrechte seien, beim „Bösen“ dagegen handelt es sich um Diktaturen wie Russland oder China bzw. Autokraten wie Putin, welche diesem „Guten“ mit allen Mitteln den Garaus zu machen versuchten. Ganz so, wie es US-Präsident Joe Biden im März 2022 mit folgenden Worten unmissverständlich zum Ausdruck brachte: „Es geht um die grosse Schlacht zwischen Demokratie und Autokratie, zwischen Freiheit und Unterdrückung, zwischen einer regelbasierten Ordnung und einer, die von brutaler Gewalt bestimmt ist. Wir müssen dabei klar sehen: Diese Schlacht wird nicht in Tagen geschlagen werden oder in Monaten. Wir müssen uns für einen langen Kampf stählen.“

Doch in Tat und Wahrheit ist das nichts anderes als ein riesiges, künstlich aufgeblasenes Lügengebäude, das jeglichen Realitätsbezug verloren hat, denn diese sogenannten westlichen „Demokratien“ sind schon längst nicht mehr oder waren es wahrscheinlich noch gar nie echte Demokratien im ursprünglichen Sinne der Bedeutung von „Volksherrschaft“. „Demokratie“, so Jean-Jacques Rousseau, „existiert erst dort, wo niemand so reich ist, dass er den anderen kaufen kann, und niemand so arm, dass er sich verkaufen muss.“ Echte Demokratie als „Volksherrschaft“ setzt soziale Gerechtigkeit voraus. Wenn diese nicht vorhanden ist, dann verkommt die vermeintliche „Demokratie“ zur puren Diktatur der Reichen gegen die Armen, der Mächtigen gegen die Machtlosen, der Besitzenden gegen die Besitzlosen, der Ausbeuter gegen die Ausgebeuteten, der sogenannt „Gebildeten“ gegen die sogenannt „Ungebildeten“, der Einheimischen, Ansässigen und Besitzstandwahrenden gegen „Eindringlinge“, „Auswärtige“ und „Fremde“, derer, die über Krieg oder Frieden entscheiden, gegen jene, die aufs Schlachtfeld geschickt werden, um dort für die Interessen anderer ihr Leben zu lassen. Und da diese Ungleichheiten, Abhängigkeiten, Ausbeutungsverhältnisse und der damit verbundene Machtmissbrauch mit der fortschreitenden „Perfektionierung“ des kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems immer drastischer werden, die Unvereinbarkeit von Kapitalismus und Demokratie immer deutlicher zutage tritt und einer stetig wachsenden Zahl der Zukurzgekommenen die Augen für alle diese Zusammenhänge immer mehr aufzugehen drohen, müssen die oben an der Spitze, um einen auch für sie selber sich katastrophal auswirkenden Zusammenbruch des gesamten Systems zu verhindern oder mindestens so lange wie möglich hinauszuschieben, alles daran setzen, den schon längst rein irrational gewordenen Kampf des „Guten“ gegen das „Böse“ bis zum bitteren Ende aufrechtzuerhalten. Und das geht eben nur, wenn alle eigenen Fehler, Missstände, Versäumnisse und Verbrechen auf einen künstlich konstruierten äusseren Feind projiziert werden, als den sich nun gerade Russland mit Putin an der Spitze optimal anbietet, anknüpfend an die bereits während des Kalten Kriegs über Jahrzehnte bediente und stets neu geschürte Definition von Russland bzw. der Sowjetunion als „Reich des Bösen“, obwohl durch Kriege, die seit 1945 von den USA und ihren Verbündeten angezettelt wurden, insgesamt weitaus mehr Menschen ums Leben gekommen sind als durch Kriege, welche von der Sowjetunion bzw. von Russland ausgelöst wurden. „Putin“, so der US-Journalist und Pulitzer-Preisträger Chris Hedges, „hat noch einen langen Weg vor sich, bevor er das Ausmass an Kriegsverbrechen erreicht, die wir in Ländern wie dem Irak, Syrien, Libyen und Afghanistan begangen haben.“

Dieses weitgehend auf Lügen aufgebaute Bild des „guten“ Westens, der sich gerade zur letzten entscheidenden Schlacht gegen alle seine „bösen“ Widersacher auf den Weg macht, kann allerdings nur aufrechterhalten werden, solange möglichst viel Druck auf das Volk ausgeübt wird, möglichst „einheitlich“ und „obrigkeitsgläubig“ zu denken. Zuwiderlaufende Meinungsäusserungen sind nicht erwünscht und werden systematisch unterdrückt, so wie wir es zurzeit vor allem in Deutschland immer drastischer erleben, wo kritische Stimmen in den Medien kaum mehr zu hören sind und sogar schon erste Berufsverbote gegen Andersdenkende verhängt wurden. „Je näher ein Land seinem Untergang kommt“, hatte schon der römische Staatsmann Cicero vor über 2000 Jahren erkannt, „desto verrückter werden seine Gesetze.“ George Orwell schrieb: „Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“ Und der deutsche Autor Thomas Pfitzer schrieb schon vor vielen Jahren: „Der Aufbau von Feindbildern ist die wirksamste Methode zur Manipulation der Massen.“ Der Glauben, nicht das Wissen und die Suche nach der Wahrheit werden dergestalt zur obersten Staatsmaxime: „Wenn du die Wahrheit suchst“, so Julian Assange, „geh los und suche sie. Genau davor haben sie Angst.“ Sie bauen lieber unter dem Deckmantel der Staatsgewalt Lügen auf, um die Wahrheit in Schach zu halten, wie auch der frühere US-Präsident Thomas Jefferson es beschrieb: „Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit kann von alleine aufrecht stehen.“ Das ganze System, so brachte es auch Edward Snowden auf genau den selben Punkt, beruhe auf der „Idee, dass man der Mehrheit alles einreden kann, solange man es nur genug laut und oft wiederholt.“ Es sei „leichter, eine Lüge zu glauben“, so auch der frühere US-Präsident Abraham Lincoln, „die man tausendmal hört, als die Wahrheit, die man nur ein einziges Mal hört.“ Auf diese Weise wird, wie Franz Kafka es sagte, „die Lüge zur Weltordnung gemacht“. Und auch Albert Einstein schien geradezu prophetisch vorauszusehen, wohin sich das sogenannt „aufgeklärte“ Europa zurzeit geradezu in schwindelerregendem Tempo bewegt: „Die Minderheit der jeweils Herrschenden hat vor allem die Schulen, die Presse und meistens auch die religiösen Organisationen in ihrer Hand. Durch diese Mittel beherrscht und leitet sie die Gefühle der grossen Masse und macht diese zu ihrem willenlosen Werkzeug.“ Das beschreibt auch Hanna Arendt mit ganz ähnlichen Worten: „Und ein solches Volk, das sich seiner Macht, zu denken und zu urteilen, beraubt sieht, ist auch, ohne zu wissen und zu wollen, dem Gesetz der Lüge vollständig unterworfen. Mit einem solchen Volk kann man dann machen, was man will.“

Doch es gibt Hoffnung, dass es nicht so weit kommt. Denn es gibt neben diesem einen, alles verzerrenden und weitgehend auf Lügen aufgebauten Bild eines „Endzeitkampfes“ zwischen dem „guten“ Westen und seinen „bösen“ Widersachern gleichzeitig ein zweites Bild, das diesem geradezu diametral gegenübersteht und es zutiefst widerlegt. Dieses zweite Bild ist das Bild eines über Jahrhunderte währenden, unbeschreiblichen Leidens, mit dem die sogenannte „Neuzeit“ ums Jahr 1500 eingeläutet wurde, der Anfang des Paradieses für einige wenige und der Hölle für alle anderen, angefangen mit der Auslöschung eines grossen Teils der amerikanischen Urbevölkerung und der Versklavung fast aller Überlebender durch die europäischen Kolonialherren, um dann stets in die gleiche Richtung weiterzugehen: Zweitens mit der gewaltsamen Deportation von über 15 Millionen Kindern, Frauen und Männer von Afrika nach Amerika und deren Versklavung zwecks Anhäufung der für das nunmehr explosionsartig weltweit sich ausbreitende kapitalistische Ausbeutungssystem notwendigen Finanz- und Machtmittel. Drittens mit der Ausplünderung und Beraubung des gesamten afrikanischen Kontinents und der meisten anderen Länder und Regionen des globalen Südens zwecks Schaffung eines nie dagewesenen Reichtums für die oberen und obersten Gesellschaftsschichten in den immer reicher werdenden Ländern des Nordens. Viertens mit dem Auftürmen immer grösserer Waffenarsenale in den Händen der Mächtigen zur Absicherung all des mit Gewalt angeeigneten Raubgutes, Hand in Hand mit dem Aufbauen immer höherer Mauern und immer schärferer Gesetze, um die über Jahrhunderte Beraubten mit allen Mitteln davon abzuhalten, sich wenigstens einen winzigen Teil des ihnen Geraubten wieder zurückzuholen. Fünftens mit der unerbittlich bis heute weltweit anhaltenden Instrumentalisierung, Unterjochung und Versklavung von Frauen durch Männer und der von klein auf systematisch anerzogener „Normalisierung“ patriarchalen Machtdenkens bis in die innersten Gehirnzellen nicht nur bei den Tätern, sondern auch bei den allermeisten ihrer Opfer. Fünftens mit brutalsten Feldzügen, vergleichbar der Vernichtung durch Bomben und Raketen, gegen die Schwächsten der Schwachen, die Kinder und Jugendlichen, schon von frühestem Alter an, in Form von Erniedrigung, Demütigung und Bevormundung, seelischer und körperlicher Gewalt, sexueller Ausbeutung, Obdachlosigkeit und dem Zwang zu viel zu langer und schwerer Arbeit für ihre zerbrechlichen, gerade erst zum Leben erwachten Körper. Sechstens mit der Auspressung von Arbeitskraft bis zu totaler Erschöpfung und viel zu frühem Tod aus all jenen Abermillionen Namenloser, die nichts anderes besitzen als ihren eigenen Körper, auf glühendheissen, endlosen Plantagen vom Morgengrauen bis in die tiefe Nacht, in Bergwerken tief unter der Erde, voller tödlicher Gefahren, wo schon jeder einzelne Atemzug wie ein Feuer durch den ganzen Körper brennt, in Fleischfabriken, Textilfabriken, Spielzeugfabriken, Chipfabriken, Seite an Seite aneinandergepfercht wie Häftlinge in den schlimmsten Gefängnissen, unter der ständigen Kontrolle und Überwachung durch den Vorgesetzten, der nur darauf wartet, bis es die Arbeiterin an der Nähmaschine oder am Fliessband auch mit dem besten Willen nicht mehr schafft, gegen so viel Müdigkeit ihre Augen offenzuhalten, um mit aller Kraft auf sie einzuprügeln und sich auf diese Weise zusätzliche Bonuspunkte und eine mögliche spätere Gehaltserhöhung von seinem eigenen Vorgesetzten zu ergattern und so seinen Beitrag dafür zu leisten, dass an den anderen Enden der weltweiten Ausbeutungsketten immer mehr Menschen dank der aus den Arbeiterinnen und Arbeitern weltweit herausgepressten Profite selber nicht einmal mehr einen minimalsten Anteil an produktiver Arbeit übernehmen müssen und dennoch in den schönsten Villen an den schönsten Plätzen der Welt, rund um die Uhr bedient von weiteren Dutzenden bis zum Äussersten Ausgepresster, für sich und ihre Kinder ein paradiesisches Leben in Anspruch nehmen, als gäbe es nichts Selbstverständlicheres. Mit einem Bildungssystem, das den Kindern schon von klein auf ihr natürliches, schöpferisches und selbstbestimmtes Lernen austreibt, wie wenn man Blumen oder Bäumen, die gerade erst zu wachsen angefangen haben, ihre Wurzeln ausreissen würde, und dieses freie und natürliche Lernen durch eine Art von Kastenordnung ersetzt hat, in der es bloss noch darum geht, sich unter Aufbietung aller Selbstverleugnung von Stufe zu Stufe hochzuhangeln, um mit wachsender „Bildung“ wachsende Macht zu gewinnen, also eigentlich das pure Gegenteil dessen, was wahrhaftige Bildung im Sinne von Wissen, Aufklärung, Emanzipation, Selbstbestimmung und Befreiung aus jeglicher Art von Bevormundung und Fremdbestimmung eigentlich sein müsste. Mit einem beschönigend als „freie Marktwirtschaft“ bezeichnenden Wirtschaftssystem, in dem jegliche „Freiheit“ bloss in der beinahe unbegrenzten Freiheit der Reichen und Mächtigen besteht, die Armen und Machtlosen möglichst umfassend auszubeuten und auf ihre Kosten ein gutes Leben zu haben, und der „Markt“ – im Gegensatz zur ursprünglichen Idee eines gegenseitigen Warentauschs zu möglichst fairen Bedingungen – bloss noch darin besteht, alle Güter nicht etwa dorthin zu schaffen, wo sie am dringendsten gebraucht würden, sondern dorthin, wo sich mit ihrem Verkauf am meisten Geld verdienen lässt, sodass sich in einer Welt, wo sich auf der einen Seite eine Milliarde Menschen jeden Abend hungrig schlafen legen, auf der anderen Seite Lebensmittel in nie dagewesener Fülle anhäufen, dass man sich dort sogar den Luxus leisten kann, einen Drittel davon ungebraucht fortzuwerfen. Mit einem geradezu wahnwitzigen Glauben daran, alle gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Probleme liessen sich früher oder später mit rein technischen Mitteln lösen, obwohl schon längst bekannt ist, dass jede rein technische „Problemlösung“ ohne grundlegende Veränderungen traditioneller Denkweisen bloss Ursachen für weitere, noch grössere Probleme sind, welche dann wiederum mit einem noch grösseren Aufwand an Technik und Ressourcenverschleiss bekämpft werden müssen. Mit der alles überragenden und kaum je in Frage gestellten Grundüberzeugung, wonach dem Menschen als „höchstem“ Wesen der Schöpfung ganz selbstverständlich das Recht zukäme, sich den Rest dieser Schöpfung untertan zu machen, innerhalb jeder einzelnen Minute weltweit mehr als 1300 Tiere zu ermorden, obwohl er sich problemlos vegetarisch ernähren könnte, und die Hauptverantwortung dafür zu tragen, dass jeden Tag 150 Tier- und Pflanzenarten für immer aussterben, und er also drauf und dran ist, diese wunderbare Schöpfung, deren „höchstes“ Wesen er angeblich sein soll, nach und nach auszulöschen. Und nicht zuletzt mit dem irrwitzigen Glauben an die Notwendigkeit eines unbegrenzten Wirtschaftswachstums, welches früher oder später zu einem endgültigen Verschwinden sämtlicher natürlicher Ressourcen und – Hand in Hand mit der zunehmenden Klimaerwärmung – gar zur Zerstörung der Lebensgrundlagen sämtlicher zukünftiger Generationen führen muss.

Die Zukunft der Menschheit, so krass muss man es wohl sagen, hängt aller Voraussicht nach höchstwahrscheinlich tatsächlich davon ab, welches dieser beiden Bilder sich stärker in den Köpfen der Menschen durchzusetzen vermag. Dasjenige eines „Endzeitkampfes“ zwischen dem vermeintlich „guten“ Westen und den vermeintlich „bösen“ Autokraten, welche diesen zu zerstören trachten, oder dasjenige einer umfassenden Aufklärung über sämtliche historische und ideologische Zusammenhänge und Hintergründe als Instrument, um aus der Vergangenheit zu lernen und daraus all jene notwendigen Einsichten zu schöpfen, die dazu verhelfen könnten, eine friedlichere und gerechtere Welt aufzubauen, die nicht mehr auf Machtverhältnissen, gegenseitiger Ausbeutung, Profitsucht, Wachstumswahnsinn und Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen beruht, sondern auf der gegenseitigen Rücksichtnahme und dem Mitgefühl sowohl von Mensch zu Mensch wie auch innerhalb der gesamten Schöpfung. Führt das erste Bild, aufgebaut auf Hass, Gewalt, Machtansprüchen und Feindbildern, in letzter Konsequenz zum Krieg und zu einer möglichen Auslöschung der gesamten Menschheit, so führt das zweite Bild im Gegensatz dazu durch tiefere Erkenntnisse und ein höheres geistiges Bewusstsein, zu Ende gedacht, zu einem umfassenden und dauerhaften Frieden, den man wohl ohne Übertreibung als die Verwirklichung der schon so unendlich lange ersehnten Vision einer Verwirklichung des Paradieses auf auf der Erde bezeichnen kann. Damit dies aber geschieht, „müssen sich jene, die den Frieden lieben“, so der US-amerikanische Bürgerrechtskämpfer Martin Luther King, „ebenso wirkungsvoll organisieren wie jene, die den Krieg lieben.“ Auch im „Brief an einen Studenten am 14. Juli 1941“ von Albert Einstein lesen wir : „Gegen organisierte Macht gibt es nur organisierte Gegenmacht; ich sehe kein anderes Mittel, so sehr ich es auch bedauere.“ Dies aber heisst auch, dass sich niemand dieser Verantwortung entziehen kann, denn, so der frühere UN-Generalsekretär Kofi Anan: „Alles, was das Böse braucht, um zu triumphieren, ist das Schweigen der Mehrheit.“

Vieles – auch wenn es momentan noch nicht den Anschein macht – spricht dafür, dass sich das zweite Bild, das Bild des Friedens, nach und nach stärker durchsetzen wird. Denn die Wahrheit ist, wie der deutsche Schriftsteller Frank Thiess schreibt, „eine unzerstörbare Pflanze. Man kann sie ruhig unter einem Felsen begraben, sie stösst sich trotzdem durch, wenn es an der Zeit ist.“ Dass diese Zeit tatsächlich gekommen zu sein scheint, wird mir seit Monaten fast täglich immer deutlicher bewusst, im Gespräch mit so vielen wunderbaren Menschen, die ebenfalls dieses tiefe Gefühl verspüren, dass zurzeit tiefgehende Veränderungen, die wir wohl vorerst nur leise zu ahnen vermögen, im Gange sind. Immer mehr Menschen erzählen auch von Engeln und von täglichen Begegnungen und Erfahrungen, die kaum zufällig sein können und die man sich kaum rein rational zu erklären vermag. Auch ich mache fast täglich solche Erfahrungen, begegne Menschen, die mich auf wundersame Weise wiederum zu anderen Menschen geleiten, welche mich genau an dem Punkt weiterbringen, wo ich gerade stecken geblieben war, sei es in der Begleitung von Flüchtlingen oder von anderen Menschen am Rande unserer vermeintlichen „Wohlstandsgesellschaft“, in denen ich immer wieder aufs Neue so viel Tiefe und Reichtum entdecke, dass mir, um das alles zu beschreiben, oft richtiggehend die Worte dafür fehlen. Bisherige Oberflächlichkeiten lösen sich auf einmal auf und ich habe mit Menschen, die ich früher kaum kannte und mit denen ich kaum viel mehr als einen „Guten Morgen!“ oder „Viel Spass!“ austauschte, auf einmal stundenlange Gespräche bis tief in die Nacht. Als würde jede Tür, die sich öffnet, ganz von selber den Zugang zu vielen weiteren Türen öffnen.

Ich bin zuversichtlich. Ich glaube daran, dass eine neue Zeit im Anflug ist. Die Zeit der Engel. Doch auch wenn sie in stetig noch so wachsender Zahl herumschwirren, werden sie es alleine nicht schaffen. Sie brauchen, um ihr Werk zu vollbringen, uns Menschen. Sie oben und wir unten, nur gemeinsam können wir es schaffen.

Eine neue Zeit kommt. Aber sie kommt nicht von selber. Damit sie kommen kann, braucht es unsere Hände, unsere Phantasie, unsere ganz banalen täglichen guten Taten, unsere Aufmerksamkeit, unser Mitgefühl, unsere Lebensfreude, unseren Optimismus, unsere Begeisterungsfähigkeit, unseren Idealismus, unsere Anteilnahme am Leiden anderer, unsere Opferbereitschaft und den Verzicht auf Privilegien, die nicht erarbeitet, sondern uns bloss zuteil wurden, weil wir zur „richtigen“ Zeit am „richtigen“ Ort geboren wurden, das gegenseitige Mutmachen und unsere deutlichen, unüberhörbaren Stimmen gegen alle Formen von Machtmissbrauch, Ausbeutung und Bevormundung. „Scheut euch nicht, eure Stimme für Ehrlichkeit und Wahrheit und Mitgefühl gegen Ungerechtigkeit und Lüge und Gier zu erheben“, schrieb der US-amerikanische Schriftsteller William Faulkner, „wenn die Menschen auf der ganzen Welt dies täten, würde das die Erde tiefgreifend verändern.“

Doch an allererster Stelle braucht es unsere Liebe, das höchste aller Güter, die wirkungsvollste Kraft für gesellschaftliche Veränderungen zum Guten. Und dann, da bin ich mir fast ganz sicher, wird sich tatsächlich, auch wenn heute noch so viele Menschen daran zweifeln mögen, in den Köpfen und in den Herzen der Menschen immer stärker das zweite Bild, das Bild des Friedens, gegenüber dem ersten Bild, dem Bild des Kriegs, durchzusetzen vermögen. Ganz einfach deshalb, weil im tiefsten Inneren aller Menschen nicht das Böse liegt, sondern das Gute. „Das Böse“, sagte Hanna Arendt, „ist immer nur extrem, aber niemals radikal, es hat keine Tiefe. Es kann die ganze Welt verwüsten wie ein Pilz, der an der Oberfläche wuchert. Tief aber und radikal ist immer nur das Gute.“

Von der guten alten Glühbirne zur modernen Hightech-Lampenwelt: Manchmal so etwas wie Nostalgie…

Peter Sutter, 18. Mai 2025

Als wir vor etwa zwölf Jahren in unserem Haus eine neue Küche einbauen liessen, hatten wir uns für einen passenden Kochherd, Backofen und Kühlschrank ziemlich rasch entscheiden können. Weitaus am meisten Zeit aber brauchten wir für die Auswahl der Deckenbeleuchtung, da uns hierfür fast unendlich viele unterschiedliche Varianten angeboten wurden: Ein grosser Beleuchtungskörper in der Mitte der Decke, kompakt oder mit Spots, die nach verschiedenen Seiten ausgerichtet werden konnten, mindestens zwei Dutzend unterschiedlich geformte, kugel- oder ringförmige Lämpchen, ein traditioneller, nüchterner Neonleuchtkörper oder extrem futuristische, winzige Leuchtstäbe mit wechselndem Licht, etwa 20 verschieden stark und in verschiedenen Tönen leuchtende Glühbirnchen, und das ganze Dekor erst noch in etwa 50 verschiedenen Farbtönen, dazu verschiedenste Arten von Steuerung der Lichtquellen, manuell, automatisch oder sogar ferngesteuert oder nach einem bestimmten, einmal pro Woche eingegebenen Plan. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Schliesslich entschieden wir uns für eine relativ einfache Variante: Zwölf über die ganze Küchendecke verteilte und in sie eingelassene runde Fassungen, die dazu passenden LED-Lämpchen von mittelstarker Leuchtkraft mit einem warmen, gelblichen Licht. Billig war es zwar nicht gerade, aber der Küchenfachmann versicherte uns, dass diese Leuchtkörper der allerneuesten Generation extrem umweltfreundlich seien, fast ewig lange halten würden und wir vermutlich eher die gesamte Küche erneuern müssten, bevor auch nur eines dieser teuren Lämpchen zu ersetzen wäre.

Er hatte fast Recht gehabt. Aber doch nur fast. Denn vor etwa drei Wochen hat nun doch eines dieser winzigen Birnchen seinen Geist aufgegeben. Die Frau im Elektrofachgeschäft beäugte das kaputte Ding ziemlich verzweifelt, wusste sie doch nur zu gut, dass es Birnchen solcher Art zu Dutzenden gibt, die sich nur durch kleine Details voneinander unterscheiden. Nur schon der Abstand zwischen den beiden Stäbchen, mit denen das Birnchen in die Steckdose eingeführt wird, dann auch die Form, die Länge, die Dicke und – vor allem – die Leuchtkraft. Diese hätte man zwar eigentlich von einer kleinen, am unteren Ende des Birnchens angebrachten Aufschrift ablesen können, diese war aber so klein, dass sie nicht einmal mit einer Lupe gelesen werden konnte. Die Frau suchte nun die an einer Wand hinter dem Verkaufstisch an kleinen Haken aufgehängten schätzungsweise 50 verschiedenen Birnchen der Reihe nach ab, fand aber kein einziges, das genau gleich aussah wie das kaputte. Sie müsse es wohl bestellen, meinte sie. In Ermangelung einer Bestellnummer beschrieb sie bei der via Internet vorgenommenen Bestellung in einem Kästchen mit der Überschrift „Bemerkungen“ das Lämpchen mit sämtlichen Details möglichst genau, fotografierte es sogar zusätzlich noch und fügte das Foto der Bestellung bei.

Zwei Tage später traf das Birnchen ein. Doch schon beim Auspacken bedurfte es keines besonders scharfen Blickes, um zu erkennen, dass es sich hier unmöglich um das gewünschte Produkt handeln konnte. Das Birnchen war mindestens doppelt so dick und auch um einiges länger und würde daher keinesfalls in die vorhandene Fassung hineinpassen, auch wenn der Abstand zwischen den beiden Kontaktstäbchen gepasst hätte.

Wieder zwei Tage später konnte ich im Elektrofachgeschäft ein neu bestelltes Birnchen abholen, das dem alten tatsächlich zu gleichen schien. Als ich es jedoch in die Fassung gesteckt und eingeschaltet hatte, warf das neue Birnchen ein dermassen starkes und grelles Licht von sich, dass ich für einen kurzen Moment geradezu geblendet war. Von der stimmungsvollen, gedämpften, gemütlichen Wärme, von welcher der Küchenfachmann vor zwölf Jahren so begeistert geschwärmt hatte, war nichts übrig geblieben.

Als ich erneut im Elektrofachgeschäft auftauchte, kümmerten sich dieses Mal zusätzlich zu der Frau vom letzten Mal zwei weitere Angestellte um mein Anliegen. Nachdem alle drei das Birnchen während längerer Zeit wortlos angestarrt hatten, sagte der eine von ihnen, es sei gar nicht so einfach. Sie gaben aber nicht auf. Weder im Internet noch in einem dicken Katalog mit gewiss mehr als 500 Seiten konnten sie jedoch eine weniger leuchtkräftige Variante des Birnchens finden. Es tue ihnen Leid, es gäbe halt immer wieder Produkte, die aus dem Sortiment entfernt würden, wenn die Nachfrage über längere Zeit zu gering sei. Und da fast täglich neue Produkte auf den Markt kämen, sei es unmöglich, alle bereits früher hergestellten immer wieder nachzuliefern, aus Kapazitätsgründen, aus Kostengründen und rein auch aus Platzgründen.

Auf dem Nachhauseweg erinnerte ich mich, wie der Küchenfachmann damals vom technischen Fortschritt begeistert gewesen war. Die alten und die neuen Birnchen seien, ökologisch betrachtet, nicht im Entferntesten miteinander zu vergleichen, es lägen Welten dazwischen, und dabei sei man noch nicht einmal am Ende einer Entwicklung angelangt, die in immer schnellerem Tempo erfolge. Doch kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dies alles so viel umweltfreundlicher ist, wenn jetzt wohl Zehntausende unterschiedlicher Leuchtkörper produziert werden müssen, von denen jedoch Abertausende auf den Regalen von Elektrofachgeschäften oder Verteilzentren früher oder später liegen bleiben, gar nie gebraucht werden und mit grossem Aufwand wieder entsorgt werden müssen, während gleichzeitig schon wieder, erneut mittels gewaltiger Mengen an Zeit, Ressourcen und Energie, neue Produkte entwickelt werden, die dann – mithilfe der erforderlichen Werbeanstrengungen in Form aufwendig gestalteter Internetauftritte oder fünfhundertseitiger Kataloge – gegenseitig um die Gunst der Kundinnen und Kunden buhlen müssen, von denen dann einige, wie ich gerade, entweder stundenlang im Internet herumirren oder aber zwei oder drei Mal hintereinander das nächste Elektrofachgeschäft aufsuchen müssen, um am Ende doch nicht das Gewünschte zu bekommen, was ja alles stets mit einem riesigen Aufwand an Energie und den damit verbundenen schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt verbunden ist, was aber vollkommen ausgeklammert und verschwiegen wird, wenn dir dann am Ende auf der Packung ein grünes Gesichtlein entgegenlacht, das dir vorgaukelt, du hättest jetzt gerade einen riesigen Beitrag gegen den drohenden Klimawandel und für die Rettung unseres Planeten geleistet. Ganz abgesehen davon, dass heute wohl jede einigermassen „moderne“ Küche im Vergleich zu einer Küche des 20. Jahrhunderts von einer unvergleichlich viel höheren Anzahl von Lampen und Lämpchen erhellt wird, von denen zwar jedes einzelne zweifellos viel weniger Energie verbraucht als seine Vorgänger, in der Summe dann aber möglicherweise dennoch ein weit höherer Energieverbrauch anfällt, vor allem auch unter Einbezug des hierfür erforderlichen zeitlichen und materiellen Aufwands zur Gestaltung der Decke, der Installation der zahlreichen Fassungen und dem Verlegen der Drähte und Bereitstellen der notwendigen Anschlüsse.

Jetzt leuchtet dieses eine neue Birnchen in unserer Küche so unverschämt hell, dass die anderen elf eigentlich überflüssig geworden sind. Die angenehme, gedämpfte Stimmung in unserer Küche über beinahe zwölf Jahre hinweg ist nun wohl für immer dahin. Und höchstwahrscheinlich wird das ja nicht das letzte Birnchen gewesen sein, das im Verlaufe der nächsten zwei, drei Jahre zu ersetzen sein wird. Das ist zwar alles nicht so schlimm und, wie man so schön sagt, Jammern auf hohem Niveau. Und dennoch sehne ich mich gerade ein bisschen nach der guten alten Zeit zurück, als in jedem Zimmer des Hauses in der Mitte der Decke eine einfache Lampe hing, in die überall die genau gleiche Glühbirne hineinpasste, die man überall kaufen konnte und die stets auf Lager war, ohne dass man sich stunden- und tagelang mit euphorischen Lampenverkäufern, 500seitigen Katalogen, mehreren Dutzend Webseiten und verzweifelten und frustrierten Angestellten im Elektrofachgeschäft herumschlagen musste…

Daran, dass weltweit über 700 Millionen Menschen weder supermoderne LED-Leuchten haben noch eine einzige nackte Glühbirne, sondern überhaupt keinen Zugang zu jeglicher Stromversorgung, wage ich schon gar nicht zu denken…

20. Montagsgespräch vom 12. Mai 2025: Wohin steuert die Migros?

Aus erster Hand, nämlich von Martin Lutz, dem Geschäftsführer der Migros Ostschweiz, konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Buchser Montagsgesprächs vom 12. Mai über die Hintergründe des zurzeit laufenden Totalumbaus des Migros-Konzerns informieren und die Gelegenheit zu kritischen Fragen nutzen.

Aus mehreren Gründen, so Martin Lutz, sei der umfassende Konzernumbau unausweichlich geworden. Erstens sei der Konkurrenzkampf im Detailhandel in den letzten zehn bis 15 Jahren immer härter geworden, nicht zuletzt durch den Markteintritt von Lidl und Aldi. Zweitens hätte sich das Kaufverhalten der Kundschaft stark verändert, Preisvergleiche spielten beim Einkaufen eine immer wichtigere Rolle und deshalb werde auch immer öfters im grenznahen Ausland, wo die Preise tiefer sind, eingekauft. Drittens erfreue sich das Onlineshopping immer grösserer Beliebtheit, was auch einer der Hauptgründe dafür sei, dass die Migros-Fachmärkte zuletzt einen jährlichen Verlust von insgesamt rund 100 Millionen Franken hätten hinnehmen müssen. Viertens habe man sich während langer Zeit durch  viele Akquisitionen verzettelt und dem eigentlichen Kerngeschäft, dem Supermarkt, zu wenig Sorge getragen. Fünftens sei aber auch der Migros-Konzern selber mit seinen komplexen Strukturen und aufwendigen Entscheidungsabläufen träge geworden und hätte es verpasst, rechtzeitig auf die neuen Herausforderungen zu reagieren.

Als logische Schlussfolgerung hätten sich die zukünftige Fokussierung auf das Kerngeschäft Supermarkt und die Veräusserung der unrentablen Fachmärkte ergeben, wobei für alle ausser Do it und Garden, für die man keine Käufer hätte finden können, Anschlusslösungen hätten gefunden werden können. Für fast alle der rund 600 bei Migros Ostschweiz betroffenen Angestellten hätten sich neue  Beschäftigungsmöglichkeiten finden lassen. Ihm sei bewusst, so Lutz, dass vielen langjährigen Beschäftigten die neue Arbeitssituation nicht leicht fallen werde und dass auch – gerade am Beispiel von Do it und Garden in Buchs – der Kundschaft etwas weggenommen werde, was sehr beliebt und geschätzt worden sei. Dennoch hätte es nach allen vorgenommenen Analysen keine brauchbaren Alternativen zu den nun getroffenen Massnahmen gegeben.

Künftig werde die Migros mit einem modernen und verdichteten Filialnetz – beispielsweise auch mit der neuen Filiale in Sevelen –, tieferen Preisen sowie frischen und regionalen Sortimenten wieder für positive Schlagzeilen sorgen, gab sich Lutz überzeugt.

In der nun folgenden Diskussion wurde mehrfach Unverständnis bekundet, wie umfassend der Umbau in der so kurzen Zeit von etwa einem Jahr erfolgt sei, so dass man den Eindruck bekäme, es sei eine Art Panikreaktion, die mit allen ihren Konsequenzen zu wenig bedacht worden sei. Dem widersprach Martin Lutz, indem er erklärte, der Umbau sei hinter den Kulissen umfassend diskutiert und sorgfältig vorbereitet worden.

Eine Votantin bedauerte den „Kniefall“ der Migros vor dem Trend zum Onlineshopping. Sie hätte von der Migros mehr Mut erwartet, sich diesem Trend bewusst entgegenzustellen und die Vorzüge des Einkaufens vor Ort in den Vordergrund zu stellen, zumal sie sich sicher sei, dass es früher oder später wieder zu einer gegenläufigen Entwicklung kommen werde, wenn den Konsumentinnen und Konsumenten erst einmal die negativen Auswirkungen des Onlineshopping mit Billigprodukten auf Kosten von Umwelt und Arbeitsbedingungen so richtig bewusst würden – eine optimistische Sichtweise, die Martin Lutz nicht teilen wollte.

Eine andere Diskussionsteilnehmerin zeigte sich befremdet darüber, dass trotz der offensichtlichen finanziellen Engpässe dennoch erhebliche Investitionen für die kürzlich erfolgte Renovation der Migros Buchs, welche für die Kundschaft keinen ersichtlichen Mehrwert mit sich bringe, getätigt worden seien. Lutz begründete den Umbau damit, dass die Kundschaft eine regelmässige Attraktivitätssteigerung der Verkaufsumgebung und des damit verbundenen Einkaufserlebnisses erwarte, diese Erneuerungen aber abgesehen davon ohnehin aus technischen Gründen, beispielsweise wegen des Ablaufs der Kühlgeräte, unerlässlich seien.

Die Frage nach den Preisunterschieden zwischen Aldi und Lidl auf der einen, Migros auf der anderen Seite beantwortete Lutz damit, dass es eben weit kostengünstiger sei, das Angebot – wie etwa bei Lidl und Aldi – auf circa 2500 Produkte zu beschränken, statt, wie bei einer grossen Migros, rund 35‘000 verschiedene Produkte anzubieten. Im Verlaufe des Abends wurde die Vielschichtigkeit des Themas deutlich. Und auch, wie entscheidend das Verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten ist. Wenn immer mehr Menschen nur noch online und  möglichst billig einkaufen wollen, dann, so ein letztes Votum aus der Diskussionsrunde, müsse man sich nicht wundern, wenn auch traditionsreiche Unternehmen wie die Migros früher oder später zu Massnahmen gedrängt würden, die dann bei vielen Menschen auf Unverständnis stiessen. Jeder und jede könne selber etwas dazu beitragen und sei mitverantwortlich dafür, in welche Richtung und mit was für Konsequenzen sich alles entwickle.

Alles auf den Kopf stellen

Kinder haben einen unwiderstehlichen Drang, alles auszuprobieren, von allem das Gegenteil zu denken, alles in Frage zu stellen, immer etwas zu schaffen was es noch nie gab, unendlich zu provozieren, die Welt jeden Tag auf den Kopf zu stellen und neu zu erfinden, Verbotenem und Verheimlichtem auf den Grund zu gehen, so lange zu fragen, bis die Wahrheit ans Licht kommt. Genau diese Fähigkeiten dürften wir zeitlebens nicht verlieren.

Peter Sutter, 15. Mai 2025

Der Geigenspieler vor dem Supermarkt

Der gleichen Musik, welche der Geigenspieler vor dem Supermarkt erklingen lässt und an dem sie ohne jede Regung vorbeihasten, lauschen sie im Konzertsaal stundenlang in fast religiöser Verzückung und bezahlen dafür erst noch so viel, wie andere nicht einmal während einer ganzen Arbeitswoche verdienen. Der Hut des Geigenspielers aber bleibt leer.

Peter Sutter, 9. Mai 2025

Die Ameise und das Zebra

Ein Kind auf dem Weg zum Zoo möchte einer Ameise zuschauen, die eine Tannennadel über einen Grasbüschel schleppt. Der Vater steht ungeduldig daneben und sagt: „Heute schauen wir nicht Ameisen, sondern Zebras.“

Peter Sutter, 9. Mai 2025

„Lebenszeit“ und „Bildschirmzeit“: Weshalb die Sichtweise, wonach die sozialen Medien an allem Schuld seien, der falsche Ansatz ist…

Peter Sutter, 7. Mai 2024

Eine ganze Generation verliere ihre Zuversicht, lese ich im „Tagesanzeiger“ vom 6. Mai 2025. Dies vor allem wegen der schrumpfenden „Lebenszeit“ bei gleichzeitig immer weiter wachsender „Bildschirmzeit“.

Doch macht man es sich wohl zu einfach, die Schuld vor allem bei den sozialen Medien zu sehen, welche die Jugendlichen davon abhielten, Lebensfreude in der „realen Welt“ zu finden. Denn das eigentliche Hauptproblem sind nicht die sozialen Medien, sondern vielmehr diese sogenannte „reale Welt“. Diese ist nämlich alles andere als eine Quelle echter Lebensfreude, sondern mittlerweile dermassen stark von übermässigem Leistungsdruck und einem immer härteren gegenseitigen Konkurrenzkampf geprägt, während Lebensfreude und Lebensgenuss sowie Wertschätzung, Anerkennung und Ermutigung, ohne die ein junger Mensch seine Persönlichkeit und seine individuellen Begabungen nicht wirklich erfolgreich entfalten kann, immer mehr auf der Strecke bleiben.

Die sozialen Medien sind leider für viele fast noch der einzige Ort, wo sie schöne, spannende und fröhliche Dinge jenseits von Leistungsdruck, zwischenmenschlicher Kälte und Fremdbestimmung erleben können. Es ist nicht die „Bildschirmzeit“, welche sich auf Kosten der „Lebenszeit“ immer weiter ausbreitet, sondern genau umgekehrt: Die „Bildschirmzeit“ breitet sich gerade deshalb immer weiter aus, weil die „Lebenszeit“ für lebenshungrige, entdeckungsfreudige, abenteuerlustige und nach persönlicher Selbstverwirklichung strebende junge Menschen immer mehr an Attraktivität verliert.

Würde man die „Bildschirmzeit“ künstlich einschränken oder gar – zum Beispiel durch Handyverbote an den Schulen – geradezu verbieten, nähme man den Jugendlichen ausgerechnet auch noch das Letzte weg, was ihr Leben ein wenig spannender und abwechslungsreicher zu gestalten vermag. Wer die „Bildschirmzeit“ ernsthaft reduzieren möchte, müsste daher konsequenterweise alles daran setzen, den gesellschaftlichen, sozialen und beruflichen Alltag so attraktiv, freudvoll, humorvoll, wertschätzend, aufbauend, sinnvoll und mit so wenig Leistungsdruck, persönlichen Misserfolgen, sinnlosen Beschäftigungen und monotonen Arbeitsabläufen wie nur irgend möglich zu gestalten. Dann würde sich auf ganz natürliche Weise die „Bildschirmzeit“ ganz von selber nach und nach auf ein gesundes Mass reduzieren.  

Kaum war der Papst tot, schwirrten auch schon wieder die Pharisäer, Geldwechsler und Taubenhändler von allen Seiten heran…

Peter Sutter, 6. Mai 2024

„Nächstenliebe“, „Demut“, „Bescheidenheit“, „Barmherzigkeit“, „Rücksicht“, „Respekt“, „Ehrlichkeit“ und „Rechtschaffenheit“ – dies die anlässlich seiner Beisetzung am 26. April 2025 wohl am häufigsten erwähnten Charakterzüge von Papst Franziskus. Immer wieder erzählt man sich auch, wie typisch es für ihn gewesen sei, dass er nicht einmal die für so hohe kirchliche Würdenträger vorgesehenen roten Schuhe, die als Symbol für Macht, Würde und höchstes gesellschaftliches Ansehen gelten, getragen hätte, sondern ganz gewöhnliche schwarze Strassenschuhe, und dass er darauf bestanden hätte, dass auf seinem Grabstein nur ein einziges Wort stehen sollte: „Franziscus“. Fürwahr ein kaum zu übertreffendes Vorbild an Menschlichkeit für die ganze Welt.

Weitaus weniger oft aber wurde anlässlich seiner Bestattung erwähnt, dass Papst Franziskus nicht nur ein Mann der Demut und der Nächstenliebe gewesen war, sondern auch ein zutiefst politisch denkender und handelnder Mensch, der mit seiner radikalen Gesellschaftskritik und ganz konkret der Kritik am kapitalistischen Wirtschaftssystem weit über alles hinausgegangen war, was von sämtlichen seiner Vorgänger in dieser Richtung je zu hören gewesen war. „Diese Wirtschaft“, sagte er in Bezug auf den Kapitalismus, „tötet“. Wie Recht er mit dieser Aussage doch hatte, wenn man bedenkt, dass jeden Tag weltweit rund 15’000 Kinder vor dem Erreichen ihres fünften Lebensjahrs sterben, weil sie nicht genug zu essen zu haben, und dies nicht etwa, weil es weltweit zu wenige Nahrungsmittel zur Versorgung aller Menschen gäbe, sondern nur deshalb, weil im Kapitalismus naturgemäss die Güter nicht dorthin fliessen, wo sie am dringendsten gebraucht werden, sondern stets dorthin, wo sich damit am meisten Geld verdienen lässt, sodass sich die Lebensmittel, die in den armen Ländern des Südens so schmerzlich fehlen, umso höher in den reichen Ländern des Nordens auftürmen und bis zu einem Drittel des Gekauften im Müll landet, bevor es überhaupt gegessen wurde. Eine der wohl schlimmsten Menschenrechtsverletzungen unserer Zeit, durchaus vergleichbar mit einem Kriegsverbrechen – ohne dass dies jemals auch nur annähernd so grosse Schlagzeilen machen und eine so grosse Empörung auslösen würde wie kriminelle Taten Einzelner mit zehntausendfach weniger schlimmen Folgen.

Papst Franziskus erkannte auch zwangsläufig den Zusammenhang zwischen Kapitalismus, wirtschaftlicher Expansion, dem Irrglauben an ein unbegrenztes Wirtschaftswachstum und, als letzter Konsequenz von alledem, dem Krieg: „Der Kapitalismus“, sagte er, „braucht den Krieg“. Und: „Es wird nie einen wahren Frieden geben, wenn wir nicht in der Lage sind, ein gerechtes Wirtschaftssystem aufzubauen.“ Auch in diesem Punkt traf seine Kritik voll ins Schwarze, geht es doch in fast allen der zurzeit weltweit wütenden rund 60 Kriegen stets auch um die Vorherrschaft und Inbesitznahme von natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen im gegenseitigen Konkurrenzkampf auf dem Schlachtfeld der sogenannten „freien Marktwirtschaft“, die nicht auf dem Prinzip möglichst fairen Nutzens und Teilens des Vorhandenen beruht, sondern bloss auf der Raff- und Profitgier Stärkerer gegenüber Schwächeren.

Wer die Widersprüche und das Zerstörungspotenzial des Kapitalismus so klar erkennt und benennt, muss zwangsläufig zum Schluss kommen, dass auch die NATO als militärischer Arm des westlich-kapitalistischen Machtsystems entgegen allen anderslautenden Behauptungen alles andere ist als ein Instrument zur Verteidigung und Bewahrung von Menschenrechten, Demokratie und Frieden, sondern ganz einfach dazu dient, die Macht der Mächtigen zu sichern und wirtschaftliche Expansion sowie möglichst profitträchtige Ausbeutung von Bodenschätzen und natürlichen Ressourcen zu unterstützen oder gar voranzutreiben. Nur logisch daher die Schlussfolgerung von Papst Franziskus in Bezug auf den Beginn des Ukrainekriegs: „Vielleicht war es ja die NATO, die vor Russlands Tor bellte, was Putins Wut provozierte und ihn dazu veranlasste, die Invasion der Ukraine zu entfesseln. Ich vermute, dass die Haltung des Westens sehr dazu beigetragen hat.“ Diese Aussage machte Papst Franziskus in einem Interview mit dem „Corriere della sera“ am 3. Mai 2022. Wohlweislich wurde sie in keinem einzigen anderen westlichen Mainstreammedium jemals wiedergegeben, hätte dies doch unweigerlich zum Zusammenbruch des so systematisch vom Westen aufgebauten Lügengebäudes geführt, wonach Russland und insbesondere Präsident Putin der einzige und ausschliessliche Schuldige am Ausbruch des Ukrainekriegs sei.

Auch was den Krieg Israels gegen die Menschen im Gazastreifen betritt, stellte sich Papst Franziskus, ohne dass dies jemals gebührend gewürdigt worden wäre und entsprechende Konsequenzen gehabt hätte, mutig gegen die offizielle westlich-kapitalistische Sichtweise, wonach Israel ein „Recht“ hätte, sich gegen den Überfall israelischer Siedlungen durch Hamaskämpfer am 7. Oktober 2023 mit einer tausendfach stärkeren Gegenreaktion zu „verteidigen“, der mittlerweile schon gegen 100’000 unschuldige Kinder, Frauen und Männer zum Opfer gefallen sind: „Was in Gaza geschieht“, sagte Papst Franziskus, „trägt deutlich Züge eines Völkermords.“ Als einziger westlicher Wortführer hatte er den Mut, die israelische Militärpolitik gegen die Palästinenserinnen und Palästinenser als „Terrorismus“ zu bezeichnen. Und sein Papamobil hat er kurz vor seinem Tod den Kindern von Gaza vermacht, wo es nun von der Hilfsorganisation Caritas in einen Krankenweg umgebaut wird.

Mit seiner radikalen Gesellschaftskritik wandelte Papst Franziskus unverkennbar auf den Spuren von Jesus, der ebenfalls zu seiner Zeit zu einer radikalen Umgestaltung der bestehenden Verhältnisse aufgerufen hatte und dafür sein Leben hingeben musste. Es waren und sind die Denkvorstellungen und Visionen einer gerechten und friedlichen Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung, die erst in jenem Moment auf so tragische Weise geopfert wurden, als aus der christlichen „Urkirche“, die eine Art Untergrundbewegung gewesen war, eine „Machtkirche“ wurde, die nicht mehr den Interessen der Armen und der Unterdrückten diente, sondern nur noch den Interessen der Reichen und Mächtigen. Was dazu führte, dass die von Jesus verkündeten Botschaften von Liebe und Gerechtigkeit nicht nur missachtet, sondern geradezu ins Gegenteil verdreht wurden: Ganze Heerscharen von christlichen Kämpfern wurden – wie etwa in den Kreuzzügen des 12. und 13. Jahrhunderts – im Namen Gottes in „heilige“ Kriege gegen Andersgläubige geschickt, Millionen von amerikanischen Ureinwohnerinnen und Ureinwohnern wurden mit Gewalt, Zwang und Folter zum Christentum bekehrt und selbst US-Präsident George W. Bush versäumte es nicht, sein Morgengebet zu verrichten und die Hand auf die Bibel zu legen, bevor er im März 2003 den Befehl zum – wie wir heute wissen – nur mit Lügen gerechtfertigten militärischen Angriff auf den Irak erteilte, dem in der Folge bis zu einer Million unschuldiger Männer, Frauen und Kinder zum Opfer fallen sollten.

Papst Franziskus hat zeitlebens seine Stimme erhoben, um uns daran zu erinnern, dass die revolutionären Visionen von Jesus bis heute nichts an Aktualität eingebüsst haben, ganz im Gegenteil. Elementarste humanitäre Werte wie soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Gemeinschaftsdenken, Nächsten- und Feindesliebe sind heute bedrohter denn je. Doch wie vor über 2000 Jahren die Mächtigen sich dieser Bedrohung ihrer Privilegien nicht anders zu entledigen vermochten als dadurch, dass sie Jesus, den „Systemsprenger“, ermordeten, so scheinen auch heute wiederum die Mächtigen all das „Gefährliche“, „Bedrohliche“ und „Unbequeme“, womit uns dieser Papst zum Nachdenken zu bringen versuchte, so schnell wie möglich wieder aus unserer Erinnerung auslöschen und zur „Tagesordnung“ übergehen zu wollen. Im Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit, just anlässlich der Beisetzung von Papst Franziskus, tummeln sich schon wieder die Reichen und Mächtigen unserer Zeit, ganz so wie damals die Pharisäer, Schriftgelehrten und Geldwechsler, die, als hätte Jesus 2000 Jahre weit in die Zukunft schauen können, in der Bibel mit Worten wie diesen beschrieben sind: „Kurz vor dem jüdischen Passahfest reiste Jesus nach Jerusalem. Dort sah er im Vorhof des Tempels viele Händler, die Rinder, Schafe und Tauben als Opfertiere verkauften. Auch Geldwechsler sassen hinter ihren Tischen. Jesus machte sich aus Stricken eine Peitsche und jagte die Händler mit all ihren Schafen und Rindern aus dem Tempelbezirk. Er schleuderte das Geld der Wechsler auf den Boden und warf ihre Tische um.“ Und den Taubenhändlern, die ihm offensichtlich ganz besonders ein Dorn im Auge waren, befahl er: „Schafft das alles hinaus! Das Haus meines Vaters ist doch keine Markthalle!“

Leider sind die Händler, die Geldwechsler und die Taubenhändler bis heute immer und immer wieder in das „Haus des Herrn“ zurückgekehrt. Kaum war Papst Franziskus tot, tummelten sie sich bereits unverfroren, als wäre nichts geschehen, an seinem Grab, um sich im Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit zu sonnen, und waren voll des scheinheiligen Lobs auf einen Mann, der sie vermutlich, wenn er noch leben würde, in alle Winde verjagt hätte, so wie damals Jesus mit der Peitsche all die Schönredner und Profiteure aus dem Tempel des Herrn verjagte. Franziskus habe „mit seiner Demut und Liebe für die weniger vom Glück Begünstigten weit über die katholische Kirche hinaus Millionen von Menschen inspiriert“ und „mit seinem Vermächtnis zu einer gerechteren, friedvolleren und mitleidsvolleren Welt beigetragen“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, sie, die sich selber ganz offensichtlich nicht im Geringsten von dieser Liebe hat inspirieren lassen, sonst hätte sie wohl kaum jenes EU-„Hilfsprojekt“ in der Höhe von 130 Millionen Euro an vorderster Front in die Wege geleitet, mit dem Tunesien seine Sicherheitskräfte ausbildet, damit sie möglichst viele Flüchtlinge aus dem südlichen Afrika ohne Wasser und Nahrung in die libysche Wüste jagen, Männer, Frauen und Kinder, von denen nur ganz wenige jemals wieder zurückkehren werden, während die toten Körper aller anderen schon längst zum Opfer der Aasgeier geworden sind und nicht einmal das Bild eines dreijährigen Mädchens, das in engster Umklammerung mit seiner Mutter tot in der Wüste von einem Journalisten gefunden wurde, den Weg in die grosse Weltöffentlichkeit gefunden hat.

Die EU-Parlamentspräsidentin Kaja Kallas, die wie kaum eine andere europäische Politikerin auf aggressivste Weise einen zukünftigen grossen Krieg gegen Russland heraufbeschwört und sich für eine militärische Aufrüstung Europas in einem historisch noch nie dagewesenen Ausmass stark macht, sprach vom „unermüdlichen Einsatz“ des verstorbenen Papstes „für den Schutz der Verletzlichsten“ und hob seine „Menschenwürde“ hervor – von seiner Aussage, auch dem ärgsten Feind müsse man die Hand reichen und mit Waffen könnten Konflikte zwischen Ländern und Völkern niemals gelöst werden, scheint sie indessen nie etwas gehört, oder wenn, es dann offensichtlich ganz und gar nicht verstanden zu haben. Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz, durch sein Schweigen gegenüber dem von der israelischen Regierung im Gazastreifen begangenen Völkermord mitverantwortlich für den Tod Zehntausender unschuldiger Kinder, Frauen und Männer, sagte, Papst Franziskus sei ein „Fürsprecher der Schwachen, ein Versöhner und ein warmherziger Mensch“ gewesen. Der höchstwahrscheinlich zukünftige deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der ebenfalls voll auf Kriegskurs ist, alle damit verbundenen sozialen, wirtschaftlichen und menschlichen Opfer seiner eigenen Bevölkerung bloss achselzuckend zur Kenntnis nimmt und zudem eine umfassende Verschärfung in der Flüchtlingspolitik, gegenüber den Schwächsten der Schwachen, fordert, erklärte, ohne dabei rot zu werden: „Das ständige wache Mahnen von Papst Franziskus zu sozialer Gerechtigkeit und für die Bewahrung der Schöpfung wird uns ebenso fehlen wie seine Impulse dazu, das Evangelium allen Menschen zu verkünden.“ Der britische Premierminister Keir Starmer, auch er das pure Gegenteil eines von Feindesliebe geprägten Pazifisten, lobte den „Mut“ und die „Demut“ des Verstorbenen. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron, bei der laufenden Verschärfung der Flüchtlingspolitik bedingungslos Seite an Seite mit allen übrigen europäischen Hardlinern, sprach im Zusammenhang mit Papst Franziskus von „Demut“ sowie davon, dass dieser „sich immer auf die Seite der Schwächsten und Zerbrechlichsten gestellt“ hätte. Argentiniens Präsident Javier Milei, bekannt für seine öffentlichen Auftritte mit einer Kettensäge in der Hand, seine rigorosen Sparpläne zu Lasten der ärmsten Bevölkerungsschichten seines Landes symbolisierend, bekundete „tiefe Trauer“ über den Tod von Papst Franziskus und dass es für eine „grosse Ehre“ gewesen sei, dessen „Güte und Weisheit kennenzulernen“.

Anthony Albanese, der australische Ministerpräsident, forderte die Menschheit angesichts des Todes von Papst Franziskus die Menschheit auf, „uns an all das zu erinnern, was wir gemeinsam haben, um den Schrei der Erde, unserer gemeinsamen Heimat, zu hören“ und ordnete an, alle Flaggen seines Landes auf Halbmast wehen zu lassen – ausgerechnet Albanese, der Regierungschef jenes Landes, das in Sachen Asylpolitik weltweit als eines der restriktivsten gilt: Flüchtlingsboote werden aufs offene Meer zurückgedrängt, Flüchtlinge, welche die Küste erreichen, werden fortgeschafft und entweder auf die berüchtigte Insel Nauru, die einer Mondlandschaft gleicht und schon oft mit der Hölle auf Erden verglichen wurde, sowie auf weitere weit entlegene Pazifikinseln verfrachtet, wo gefängnisähnliche Zustände, körperliche Misshandlung und Vergewaltigungen an der Tagesordnung sind. Und der israelische Präsident Isaac Herzog, wenn auch nicht der Hauptverantwortliche, dann doch der engste Komplize von Netanyahu, einem der grössten Kriegsverbrecher unserer Zeit, äusserte sich über den verstorbenen Papst dahingehend, Franziskus sei ein „Mann mit grenzenlosem Mitgefühl“ gewesen, der „sein Leben dem Einsatz für die Armen und dem Ruf nach Frieden in einer unruhigen Welt gewidmet“ habe. Was für eine grenzenlose, unfassbare Scheinheiligkeit und Heuchelei, angesichts derer sich der Verstorbene wohl in diesen wenigen Tagen schon tausende Male in seinem Grab hätte umdrehen müssen…

Erst nach längerem Recherchieren, nachdem ich schon beinahe aufgegeben hätte, bin ich in einer kleinen Lokalzeitung auf folgende Meldung gestossen: Auf dem Grab von Papst Franziskus habe früh am Sonntagmorgen als allererstes eine einzelne weisse Rose gelegen. Und bereits am Tag zuvor hätte eine Gruppe von Kindern, Obdachlosen, Flüchtlingen, Opfern von Menschenhandel, Häftlingen, Transsexuellen und einer Vertretung der Roma-Gemeinschaft weisse Rosen in ihren Händen gehalten. Das wäre wohl die einzige Nachricht gewesen, die es Wert gewesen wäre, weltweit Schlagzeilen zu machen. Denn genau so war auch Jesus gewesen. Nicht bei den Mächtigen, deren Namen in goldenen Lettern prangen und die noch Jahrhunderte später in den Geschichtsbüchern zu lesen sind. Sondern bei den Machtlosen, den Namenlosen, denen, für die nie irgendwelche Denkmäler errichtet werden, obwohl sie die ganze Geschichte der Reichen und Mächtigen, all das Gold, all die Paläste, als die Siege der Starken über die Schwächeren unermüdlich auf ihren Schultern tragen und kein einziger Mensch jemals so reich und so berühmt werden könnte, wenn sie nicht so arm und so namenlos wären. Genau so war Jesus. Er suchte nicht die im Lichte auf, sondern die in der Finsternis, zu den am schmerzlichsten Ausgestossenen fühlte er sich am meisten hingezogen, bei denen, an denen alle achtlos vorbeigegangen, blieb er als Einziger stehen und hörte ihnen als Einziger zu, wenn sie von ihrem Kummer, ihren Sorgen und ihrem Leiden erzählten.

Und immer wieder waren es die Kinder. Schon damals wie auch heute noch immer die Schwächsten der Schwachen. Und so wie Jesus stets die Erwachsenen ermahnte, niemand würde jemals ins „Himmelreich“ kommen, „wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“, genau so waren es auch die Kinder, von denen Papst Franziskus so oft erzählte, was ihn so unglaublich bewegt hätte, weil er stets in den Augen der Kinder, auch wenn sie oft voller unsäglicher Traurigkeit waren, zugleich doch immer auch die Hoffnung gesehen hätte, eines Tages würde sich die Erde vielleicht doch noch in jenes Paradies verwandeln, in dem alle Menschen, bevor sie zur Erde kamen, einst gelebt hatten. Diese Hoffnung, die von Menschen wie Jesus und Papst Franziskus und Millionen anderer, Namenloser, stets von Neuem immer wieder entfacht wird und von denen wir, wohl ohne uns der Tragweite dieser Worte gänzlich bewusst zu sein, so beiläufig sagen, solche Menschen seien „ihrer Zeit weit voraus“. Ja, wenn sie ihrer Zeit weit voraus sind, heisst das doch nichts anderes, als dass diese Zeit irgendwann auch tatsächlich kommen wird. Diese Zeit, in der trotz allem eines Tages die Traurigkeit und die Hoffnung in den Augen der Kinder, die Tränen der Freude und die Tränen der Trauer, die Liebe, das Mitgefühl mit Schwächeren, die Feindesliebe, die alles durchklingenden Kräfte der Musik, der Künste und der Phantasie und der Glaube an das Gute im Innersten aller Kreatur stärken geworden sein werden als alles andere und in einem neuen, grossen Ganzen durch Millionen unsichtbarer Fäden der Liebe miteinander verbunden sein werden.

Doch nicht nur die Kinder. Durch alles hindurch fällt in diesen Zeiten auf, dass die stärkste Sehnsucht nach einer friedlichen und gerechten Zukunft, so wie sie von Papst Franziskus verkörpert wurde, vor allem auch bei älteren Menschen spürbar ist, die, so scheint es, in höherem Alter ihre ursprünglichen, kindlichen, mit dem Paradies verbundenen Wurzeln wieder neu entdecken, gepaart mit Jahrzehnten wertvoller Lebenserfahrung: „Wir brauchen“ – auch diese Worte von Papst Franziskus müssen wir für immer in unseren Herzen aufbewahren – „ein neues Bündnis zwischen den Jungen und den Älteren, damit der Lebenssaft derer, die eine lange Lebenserfahrung haben, die Triebe der Hoffnung der Heranwachsenden nährt. So lernen wir die Schönheit des Lebens kennen und schaffen gemeinsam eine geschwisterliche Zukunft.“

ZITATE VON A WIE HANNA ARENDT BIS Z WIE STEFAN ZWEIG

Zusammengetragen von Peter Sutter, letztmals aktualisiert am 18. Juni 2026

Lebensweisheiten

„Die sicherste Tür ist die, die man offen lassen kann.“ (Chinesisches Sprichwort)

„Niemand kann den Morgen erreichen, ohne den Weg der Nacht zu durchschreiten.“ (Kalil Gibran, libanesischer Dichter, 1883-1931)

„Zeige einem schlauen Menschen einen Fehler und er wird sich bedanken. Zeige einem dummen Menschen einen Fehler und er wird dich beleidigen.“ (Laotse, 6. Jahrhundert v.Chr.)

„Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen.“ (Sokrates, griechischer Philosoph, 470-399 v.Chr.)

„Wenn man merkt, dass der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob.“ (Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, 1788-1860)

„Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel.“ (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Mathematiker, 1872-1970)

„Alle Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen.“ (Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph, 1844-1900)

Krieg und Frieden

„Töten ist verboten, deshalb werden Mörder verurteilt. Es sei denn, sie töten in grossen Mengen und zum Klang von Trompeten.“ (Voltaire, französischer Philosoph, 1694-1778)

„Niemand, der bei Verstand ist, zieht den Krieg dem Frieden vor. Im Frieden begraben die Söhne ihre Väter, im Krieg die Väter ihre Söhne.“ (Herodot, griechischer Geschichtsschreiber um 450 v.Chr.)

„Frieden kommt natürlich durch Krieg, er gedeiht auf verseuchtem Boden, auf den Leichen, Ruinen, auf unbewohnbarem Gelände und Hass, seit hunderten Jahren. Ein Hoch allen, die über Alternativen zu diesem Irrsinn nachdenken.“ (Sibylle Berg, deutsche Schriftstellerin)

„Nur ein Verrückter kann Krieg wollen. Krieg zerstört die eigentliche Logik menschlicher Existenz.“ (Pablo Neruda, chilenischer Dichter und Schriftsteller, 1904-1973)

„Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre machen, sondern Stahlhelme und Maschinengewehre, dann gibt es nur eines: Sag NEIN!“ (Wolfgang Borchert, deutscher Schriftsteller, 1921-1947)

„Wenn die Reichen Krieg führen, sterben die Armen.“ (Jean-Paul Sartre, französischer Philosoph, 1905-1980)

„Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg. Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit.“ (Baruch de Spinoza, niederländischer Philosoph, 1632-1677)

„Denke niemals, dass ein Krieg, egal wie notwendig oder gerechtfertigt er erscheint, kein Verbrechen ist.“ (Ernest Hemingway, US-amerikanischer Schriftsteller, 1899-1961)

„Die ganze Kriegspropaganda, all das Geschrei, die Lügen und der Hass, kommt immer von Leuten, die selber nicht kämpfen.“ (George Orwell, englischer Schriftsteller und Journalist, 1903-1950)

„Wenn wir uns Kriege ansehen, über die wir mehr wissen, zeigt sich, dass die Menschen vor allem wegen erfundener Geschichten gegeneinander kämpfen.“ (Yuval Noah Harari, israelischer Historiker und Schriftsteller)

„Frieden ist nicht irgendetwas, das man sich wünscht, sondern etwas, das man tut, das man ist und das man weitergibt.“ (John Lennon, britischer Musiker, 1940-1980)

„Die Massen sind niemals kriegslüstern, solange sie nicht durch Propaganda vergiftet werden.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Der Krieg ist der Vater allen Rückschritts.“ (Stefan Zweig, österreichischer Schriftsteller und Pazifist, 1881-1942)

„Kriege, was auch immer ihr Ziel sein mag, schaden der ganzen Menschheit, sie schaden auch den Völkern, die Sieger bleiben.“ (Henri de Saint-Simon, französischer Autor und Sozialist, 1760-1825)

„Wir können das Arsenal der Waffen nicht aus der Welt schreiben, aber wir können das Arsenal der Phrasen, die man hüben und drüben zur Kriegsführung braucht, durcheinanderbringen.“ (Max Frisch, schweizerischer Schriftsteller und Architekt, 1911-1991)

„Dauernder Friede kann nicht durch Drohungen, sondern nur durch den ehrlichen Versuch vorbereitet werden, gegenseitiges Vertrauen herzustellen.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Ich würde gerne sehen, wie jeder einzelne Soldat auf jeder Seite einfach seinen Helm abnimmt, sein Gewehr ablegt und sich an den Rand eines schattigen Weges setzt und sagt: Nein, ich werde niemanden töten. Es gibt genug Leute, die kämpfen wollen. Gebt ihnen die Gewehre.“ (Woody Guthrie, US-amerikanischer Singer-Songwriter, 1912-1967)

„Der ungerechteste Frieden ist immer noch besser als der gerechteste Krieg.“ (Cicero, römischer Philosoph, 106-43 v.Chr.)

„Ich frage mich, ob nicht alle Kriege, alles Blutvergiessen und alles Elend die Schöpfung befallen haben, als ein Mann sich anschickte, eines anderen Mannes Herr zu werden? Und ob dieses ganze Elend nicht weichen wird, wenn alle Zweige der Menschheit die Erde als den gemeinsamen Schatz aller ansehen?“ (Gerrard Winstanley, englischer Politaktivist, 1609-1676)

„Und als der nächste Krieg begann, da sagten die Frauen NEIN und schlossen Bruder, Sohn und Mann fest in der Wohnung ein.“ (Erich Kästner, deutscher Schriftsteller, 1899-1974)

„Wer noch einmal eine Waffe in die Hand nimmt, dem soll die Hand abfallen.“ (Franz Josef Strauss, deutscher CSU-Spitzenpolitiker und langjähriger Ministerpräsident Bayerns, im Jahre 1949).

„Man wird niemals Frieden durch Sicherheit erreichen. Man kann Sicherheit nur durch Frieden erreichen.“ (Johan Galtung, norwegischer Soziologe und Politologe, 1930-2024)

„Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten, nicht den Krieg.“ (Robert Jungk, deutsch-österreichischer Zukunftsforscher, 1913-1994)

„Der Friede erfordert dauernden Dienst, unentwegt und zähe, er verlangt Ausdauer, er lässt keinen Zweifel zu. Zweifel und Skeptik und Misstrauen lähmen den Friedensgedanken.“ (Aristide Briand, französischer Politiker, 1862-1923)

„Man sollte nicht versuchen, sich als Sieger und den anderen als Besiegten hinzustellen.“ (John F. Kennedy, US-Präsident, 1917-1963)

„Je weiter ich im Alter voranschreite und je mehr ich die Frage des Krieges durchdenke, desto überzeugter bin ich, dass die einzige Lösung der Frage die Weigerung der Bürger ist, Soldat zu werden.“ (Leo Tolstoi, russischer Schriftsteller, 1828-1910)

„Es gab nie einen guten Krieg oder einen schlechten Frieden.“ (Benjamin Franklin, US-amerikanischer Erfinder, 1706-1790)

„Krieg ist nicht die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Im Gegenteil, er stellt immer ein katastrophales Versagen politischen Könnens und Vorstellungsvermögens dar.“ (Kofi Anan, ehemaliger UNO-Generalsekretär, 1938-2018)

„Was für eine Welt könnten wir bauen, wenn wir alle Kräfte, die den Krieg entfesseln, für den Aufbau einsetzen würden. Ein Zehntel der Energien, ein Bruchteil des Geldes wären hinreichend, um den Menschen aller Länder zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“ (Willy Brandt, 1913-1992, deutscher Bundeskanzler 1969-1974)

„Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen.“ (Erich Maria Remarque, deutscher Schriftsteller, 1898-1970)

„Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut weggewaschen werden.“ (Bertha von Suttner, österreichische Pazifistin und Schriftstellerin, 1843-1914)

„Ich glaube an die Gewaltlosigkeit als einziges Heilmittel.“ (Mahatma Gandhi, indischer Freiheitskämpfer, 1869-1948)

„Wenn alle Menschen nur aus Überzeugung in den Krieg zögen, dann würde es keinen Krieg geben.“ (Leo Tolstoi, russischer Schriftsteller, 1828-1910)

„Lieber hundert Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schiessen.“ (Helmut Schmidt, 1918-2015, deutscher Bundeskanzler 1974-1982)

„Der Krieg darf kein Mittel der Politik sein. Es geht darum, Kriege abzuschaffen, nicht nur, sie zu begrenzen.“ (Willy Brandt, 1913-1992, deutscher Bundeskanzler 1969-1974)

„In einem Krieg zeigt sich nicht die Stärke eines Landes, sondern die Schwäche menschlichen Verstands.“ (Fred Ammon, deutscher Autor)

„Ein kluger Kopf passt unter keinen Stahlhelm.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Jeder Krieg ist eine Niederlage. Denn Krieg vernichtet Leben.“ (Kurt Tucholsky, deutscher Schriftsteller, 1890-1935)

„Es wird in dem Masse Frieden herrschen, in dem es der ganzen Menschheit gelingt, ihre ursprüngliche Berufung wiederzuentdecken, eine einzige Familie zu sein.“ (Papst Johannes Paul, 1920-2005)

„Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die nichts zu essen haben, frieren und keine Kleidung besitzen. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiss ihrer Arbeiter, den Geist der Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder.“ (Dwight D. Eisenhower, 1890-1969, US-Präsident 1953-1961)

„Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.“ (John F. Kennedy, 1917-1963, US-Präsident 1961-1963)

„Ohne Frieden ist alles nichts.“ (Willy Brandt, 1913-1992, deutscher Bundeskanzler 1969-1974)

„Wir haben gelernt, wie Vögel zu fliegen, wie Fische zu schwimmen, aber wir haben nicht die einfache Kunst gelernt, als Brüder zu leben.“ (Martin Luther King, US-amerikanischer Bürgerrechtskämpfer, 1929-1968)

„Wir müssen den Frieden gewinnen, nicht den Krieg.“ (Sevim Dağdelen, deutsche BSW-Politikerin)

„Kleine Verbrechen werden bestraft, grosse in Triumphzügen gefeiert.“ (Marcus Tullius Cicero, 106-43 v.Chr.)

„Leute, die keinen Krieg erlebt haben, selbst aber Krieg provozieren, wissen nicht, was sie Furchtbares anrichten.“ (Helmut Schmidt, 1918-2015, deutscher Bundeskanzler 1974-1982)

„Wenn wir zum Krieg rüsten, werden wir Krieg haben.“ (Bertolt Brecht, deutscher Dramatiker, 1998-1956)

„Die Massen sind niemals kriegslüstern, solange sie nicht durch Propaganda vergiftet werden.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Wenn eine Gesellschaft sich entscheidet, kriegstüchtig zu werden, kriegstüchtig zu werden, dann muss sie ihr Verhältnis zur Gewalt auch ändern. Genaugenommen muss sie Tötungsbereitschaft herstellen.“ (Hartmut Rosa, deutscher Soziologe und Politikwissenschaftler)

„Solange noch ein Mensch auf der Erde hungert, ist jede Waffe eine Gotteslästerung.“ (Heinrich Böll, deutscher Schriftsteller, 1917-1985)

Freiheit und Unabhängigkeit

„Unabhängigkeit im Denken ist das erste Kennzeichen der Freiheit. Ohne sie bleibst du ein Sklave der Umstände.“ (Vivekananda, hinduistischer Mönch und Gelehrter, 1863-1902)

„Das Grosse ist nicht, dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein.“ (Søren Kierkegaard, dänischer Philosoph und Schriftsteller, 1813-1855)

„Niemand, dem du beibringst zu denken, kann danach wieder so gehorchen wie zuvor. Nicht aus rebellischem Geist heraus, sondern wegen der Angewohnheit, im Zweifel alle Dinge zu prüfen.“ (Hanna Arendt, deutsch-US-amerikanische Schriftstellerin, 1906-1975)

„Das Stärkste, was ein Mensch haben kann, ist ein freier Geist, der sich durch nichts einschränken lässt.“ (Shi Heng Yi, Meister des Shaolin Temple Europe)

„Ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie äussern dürfen.“ (George Orwell, englischer Schriftsteller und Journalist, 1903-1950)

„Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein.“ (Johann Wolfgang Goethe, deutscher Dichter, Politiker und Naturforscher, 1749-1832)

„Nur im Alleinsein können wir uns selber finden. Alleinsein ist nicht Einsamkeit, sie ist das grösste Abenteuer.“ (Hermann Hesse, deutsch-schweizerischer Schriftsteller und Dichter, 1877-1962)

„Beauty begins the moment you decide to be yourself.“ (Coco Chanel, französische Modeschöpferin und Unternehmerin, 1883-1971)

„Bei sich selbst bleiben und trotzdem offen, das ist der Schlüssel. Das Leben bringt dir immer genau das, was du brauchst. Und wenn du einmal scheiterst, dann wenigstens mit deinem Plan und nicht mit dem eines andern.“ (Chris de Rohr, Schweizer Rockmusiker)

„Was die Herde am meisten hasst, sind diejenigen, die anders denken. Es ist nicht so sehr die Meinung an sich, sondern die Kühnheit, selbst zu denken, etwas, was sie selbst nicht können.“ (Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, 1788-1860)

„Der Mensch ist nichts anderes als sein Entwurf, er existiert nur in dem Masse, als er sich entfaltet.“ (Jean-Paul Sartre, französischer Philosoph und Schriftsteller, 1905-1980)

„Die Grösse des Menschen liegt an seiner Entscheidung, stärker zu sein als seine Umstände.“ (Albert Camus, französischer Schriftsteller, 1913-1960)

„Selbst denken ist der höchste Mut. Wer wagt, selbst zu denken, der wird auch handeln.“ (Bettina von Arnim, deutsche Schriftstellerin, 1785-1859)

„Wenn man mit der Masse geht, kommt man so weit wie die Masse. Wenn man den eigenen Weg geht, kommt man an Stellen, wo noch keiner war.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Wer nicht in die Welt zu passen scheint, der ist immer nahe daran, sich selbst zu finden.“ (Hermann Hesse, deutsch-schweizerischer Schriftsteller, 1877-1962)

„Je weniger wir frei sind zu entscheiden, wer wir sind und wir leben wollen, desto mehr versuchen wir, eine Fassade zu errichten, die Tatsachen zu kaschieren und in Rollen zu schlüpfen.“ (Hannah Arendt, deutsche Philosophin, 1906-1975)

„Niemand kann frei sein, solange es nicht alle sind.“ (Erich Mühsam, deutscher Schriftsteller, 1878-1934)

Politik

„Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie schon längst verboten.“ (Kurt Tucholsky, deutscher Schriftsteller, 1890-1935)

„Diejenigen, die das Privileg haben, zu wissen, haben die Pflicht zu handeln.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Die Regierungen und alle Politiker sollen für die Allgemeinheit arbeiten. Sie sollen nicht nur auf die ökonomischen Eliten hören, sondern der Bevölkerung zu Dienst stehen, die Land, Wohnung, Arbeit und ein gutes Leben im Einklang mit der Menschheit und der Schöpfung suchen.“ (Papst Franziskus, 1936-2025)

„Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft werden, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst.“ (Platon, griechischer Philosoph, 428-348 v. Chr.)

„Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe des Politikers ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen“ (Walter Scheel, 1919-2016, deutscher Bundespräsident 1974-1979)

„In der internationalen Politik geht es nicht um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt hat.“ (Egon Bahr, deutscher SPD-Politiker, 1922-2015)

Geschichte

„Wer die Geschichte nicht kennt, wird die Zukunft nicht in den Griff bekommen.“ (Golo Mann, deutsch-schweizerischer Historiker und Schriftsteller, 1909-1994)

Mensch und Natur

„Alle Dinge teilen denselben Atem – das Tier, der Baum, der Mensch… Die Luft teilt ihren Geist mit allem Leben, das sie unterstützt.“ (Häuptling Seattle, 1786-1866)

„Wir alle stecken in einem grossen Dilemma: Wir zerstören den Globus.“ (Georg Schütte, Generalsekretär der Volkswagenstiftung, geb. 1962)

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (Mahatma Gandhi, indischer Freiheitskämpfer, 1869-1948)

„Jeder, der glaubt, exponentielles Wachstum kann andauernd weitergehen in einer endlichen Welt, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.“ (Kenneth E. Boulding, US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, 1910-1993)

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ (indianische Weisheit)

„Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.“ (Albert Schweitzer, deutsch-französischer Arzt und Philosoph, 1875-1965)

„Entweder hören wir mit der Ideologie des grenzenlosen Wachstums auf, oder es passiert eine schreckliche Katastrophe. Heute geht es um das Überleben der Menschheit.“ (Eric Hobsbawn, britischer Historiker, 1917-2012)

„Ich verstehe nicht, warum wir es Vandalismus nennen, wenn wir etwas zerstören, das der Mensch geschaffen hat, aber wenn wir etwas zerstören, das die Natur geschaffen hat, nennen wir es Fortschritt.“ (Ed Begley, US-amerikanischer Schauspieler)

Religion

„Nur ein Atheist kann ein guter Christ sein.“ (Ernst Bloch, deutscher Philosoph, 1885-1977)

Patriarchat

„Das Problem sind die Männer. Keine Frau hat nachts Angst, wenn sie migrantischen Frauen begegnet, sondern sie hat Angst, wenn sie Männern begegnet, egal ob sie migrantisch sind oder nicht.“ (Heidi Reichinnek, deutsche Politikerin, geb. 1988)

Mensch und Tier

„Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gestellt werden, gehen die Leiden, die es erduldet, uns alle an.“ (Albert Schweitzer, deutsch-französischer Arzt und Philosoph, 1875-1965)

„Der Mensch hat aus der Erde eine Hölle für die Tiere gemacht.“ (Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, 1788-1860)

Sozialismus

„Die DDR hatte eine Utopie. Die ist gescheitert. Dieses mein Land, Deutschland heute, hat keine Utopie. Ich sehe keine. Ausser Geldvermehrung.“ (Jens Winkelmann, ehemaliger Mitarbeiter im DDR-Aussenministerium)

Kapitalismus

„Es muss doch etwas faul sein im Innersten eines Gesellschaftssystems, das seinen Reichtum vermehrt, ohne sein Elend zu verringern.“ (Karl Marx, deutscher Philosoph und Schriftsteller, 1818-1883)

„Kapitalismus tötet.“ (Papst Franziskus, 1936-2025)

„Der Kapitalismus braucht den Krieg.“ (Papst Franziskus, 1936-2025)

„Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb.“ (Karl Marx, deutscher Philosoph und Schriftsteller, 1818-1883)

„Der Kapitalismus hat die Menschen im Stich gelassen. Wenn es Hunderttausende von Kindern gibt, die nicht genug zum Überleben haben, ist das ein eklatanter Misserfolg. Wie könnte man es sonst beschreiben?“ ( frühere Jacinda Ardern, neuseeländische Premierministerin, geb. 1980)

„Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.“ (Jean Jaurès, französischer Historiker und Pazifist, 1859-1914)

„Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stecken. Einem das Brot entziehen. Einen von der Krankheit nicht heilen. Einen in eine schlechte Wohnung schicken. Einen durch Arbeit zu Tode schinden. Einen zum Suizid treiben. Einen in den Krieg führen. Nur wenig davon ist in unserem Staat verboten.“ (Bertolt Brecht, deutscher Schriftsteller und Dramatiker, 1898-1956)

„Es ist einfacher geworden, sich das Ende der Welt vorzustellen, als das Ende des Kapitalismus.“ (Frederic Jameson, US-amerikanischer Literaturkritiker, 1934-2024)

„Solange das Kapital herrscht, werden Krieg und Rüstung nicht aufhören.“ (Rosa Luxemburg, marxistische Politikerin und Publizistin, 1871-1919)

„Es gäbe genug Geld, genug Arbeit, genug zu essen, wenn wir die Reichtümer der Welt richtig verteilen würden, statt uns zu Sklaven eines starren Wirtschaftssystems zu machen.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Kapitalismus ist der erstaunliche Glaube, dass die gemeinsten Motive der gemeinsten Menschen auf irgendeine Art die besten Ergebnisse in der besten aller möglichen Welten bringen werden.“ (John Maynard Keynes, britischer Ökonom und Politiker, 1883-1946)

„Der Kapitalismus wird nicht von selbst zusammenbrechen, er hat noch die Kraft, uns alle mit in den Tod zu reissen, wie der lebensmüde Flugzeugpilot seine Passagiere. Wir müssen das Cockpit stürmen, um gemeinsam den Steuerknüppel herumzureissen.“ (Lucien Sève, französischer Philosoph, 1926-2020)

Imperialismus

„Der Westen hat die Welt nicht durch seine Überlegenheit, seine Ideen, seine Werte oder seine Religion erobert, sondern durch seine Überlegenheit beim Anwenden organisierter Macht. Westler vergessen diese Tatsache oft, Nichtwestler nie.“ (Samuel Huntington, US-Politwissenschaftler, 1927-2008)

„Russlands Bodenschätze sind zu gewaltig, als dass sie den Russen allein gehören dürfen.“ (Madeleine Albright, ehemalige US-Aussenministerin, 1937-2022)

„Einige Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges waren von Hybris, Arroganz und übertriebener Siegessicherheit des Westens gekennzeichnet.“ (Hubert Védrine, ehemaliger französischer Aussenminister)

„Als die Sowjetunion 1991 zusammenbricht, ist das für Putin eine Tragödie, weil damit alle seine Jugendideale, der Patriotismus, der Dienst am Staat und die Opposition gegenüber dem Westen am Boden liegen.“ (Michael Eltchaninoff, französischer Philosoph und Autor)

Demokratie

„Die perfekte Diktatur wird den Anschein einer Demokratie machen, einem Gefängnis ohne Mauern, in dem die Gefangenen nicht einmal davon träumen auszubrechen. Es ist ein System der Sklaverei, bei dem die Sklaven dank Konsum und Unterhaltung ihre Liebe zur Sklaverei entwickeln.“ (Aldous Huxley, britischer Schriftsteller und Philosoph, 1894-1963)

„Demokratie ist die Methode, den Willen des Finanzadels so umzusetzen, dass das Volk glaubt, die Mehrheit habe es so gewollt.“ (Matthias Lubos, deutscher Produzent und Komponist)

„Demokratie existiert dort, wo niemand so reich ist, dass er den andern kaufen kann, und niemand so arm, dass er sich verkaufen muss.“ (Jean-Jacques Rousseau, Genfer Schriftsteller und Philosoph, 1712-1778)

„Demokratie ist, wenn sich zwei Wölfe und ein Schaf am Tag darüber unterhalten, was es am Abend zu essen gibt.“ (Thomas Jefferson, 1743-1826, US-Präsident 1801-1809)

Macht

„Machtgelüste sind die entsetzlichsten aller Leidenschaften.“ (Publius Cornelius Tacitus, römischer Geschichtsschreiber, etwa 58-120)

„In der normalen Population sind etwa zwei Prozent aller Menschen Psychopathen, die wenigstens davon sitzen im Gefängnis. In der Legalität gibt es eine viel grössere Spielwiese für sie, die können da noch viel besser Macht ausüben.“ (Joe Bausch, deutscher Schauspieler und Autor)

„Die Minderheit der jeweils Herrschenden hat vor allem die Schule, die Presse und meistens auch die religiösen Organisationen in der Hand. Durch diese Mittel beherrscht und leitet sie die Gefühle der grossen Masse und macht diese zu ihrem willenlosen Werkzeug.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Die Freiheit der Presse im Westen ist letztlich die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ (Peter Scholl-Latour, deutsch-französischer Journalist und Sachbuchautor, 1924-2014)

„Macht brauchst du nur, wenn du etwas Böses vorhast. Für alles andere reicht Liebe um es zu erledigen.“ (Charlie Chaplin, britischer Schauspieler und Regisseur, 1889-1977)

„Je näher ein Land seinem Untergang kommt, desto verrückter werden seine Gesetze.“ (Markus Tullius Cicero, römischer Philosoph, 106 bis 43 v.Chr.)

„In den modernen Gesellschaften ist es nicht so, dass eine kleine Gruppe Herrschender andere mit Zwang unterdrückt, sondern dass die herrschende Ordnung ihre Stabilität daraus zieht, dass eine Mehrheit an sie glaubt. Will man die herrschende Ordnung brechen, muss man diesen Glauben brechen. Politischer Kampf ist der Kampf um die Hegemonien an Ideen und Weltverständnissen.“ (Antonio Gramsci, italienischer Schriftsteller, 1891-1937)

„Gegen organisierte Macht gibt es nur organisierte Macht; ich sehe kein anderes Mittel, so sehr ich es bedauere.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

Diktatur und Totalitarismus

„Die moderne Diktatur kommt nicht mit braunen und schwarzen Uniformen daher. Wir machen das mit Unterhaltung, mit Fernsehen, mit Spass und mit einer Erziehung, die verdummt.“ (Gore Vidal, US-amerikanischer Schriftsteller, 1925-2012)

„Der Faschismus von heute hat äusserlich nichts mit dem aus der Vergangenheit zu tun. Keine Uniformen, Stechschritt und erhobener Gruss. Nein, er ist modern, raffiniert verpackt und wird mit PR verkauft. Aber der Geist, der dahinter steckt, die totale Kontrolle und Ausbeutung, die Zensur, die Mediengleichschaltung, die Lügen, die Unterdrückung und die Angriffskriege, die Resultate, sind dieselben. Die meisten Menschen sehen das nicht und sind durch die Propaganda völlig geblendet.“ (Umberto Eco, italienischer Schriftsteller, 1932-2016)

„Die Entbindung vom Nachdenken ist der erste, gefährlichste Schritt in den Totalitarismus. Wer schweigt, stimmt zu.“ (Ulrike Guérot, deutsche Politikwissenschaftlerin)

„Wer einmal mit dem Notstand spielen sollte, um die Freiheit einzuschränken, wird meine Freunde und mich auf den Barrikaden zur Verteidigung der Demokratie finden, und dies ist ganz wörtlich gemeint.“ (Willy Brandt, 1913-1992, deutscher Bundeskanzler 1969-1974)

Manipulation

„Das ganze System beruht auf der Idee, dass man der Mehrheit alles einreden kann, solange man es genug laut und oft wiederholt.“ (Edward Snowden, US-amerikanisch-russischer Whistleblower)

„Es ist leichter, eine Lüge zu glauben, die man tausendmal hört, als die Wahrheit, die man nur einmal hört.“ (Abraham Lincoln, US-Präsident, 1809-1865)

„Die Freiheit der Presse im Westen ist letztlich die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ (Peter Scholl-Latour, deutsch-französischer Journalist und Sachbuchautor, 1924-2014)

„Und ein solches Volk, das sich seiner Macht, zu denken und zu urteilen, beraubt sieht, ist auch, ohne es zu wissen und zu wollen, dem Gesetz der Lüge vollständig unterworfen. Mit einem solchen Volk kann man dann machen, was man will.“ (Hanna Arendt, US-amerikanische Philosophin, 1906-1975)

„Der Aufbau von Feindbildern ist die wirksamste Methode zur Manipulation der Massen.“ (Thomas Pfitzer, deutscher Autor)

„Wir dürfen nicht alles glauben, was uns im Westen über Russland erzählt wird.“ (Yves Rossier, ehemaliger Schweizer Botschafter in Moskau)

„Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt. Damit lässt sich selbst der Wille gefangen nehmen.“ (Jean-Jacques Rousseau, Genfer Schriftsteller und Pädagoge, 1712-1778)

„Niemand ist hoffnungsloser versklavt als jene, die fälschlicherweise glauben, frei zu sein.“ (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Schriftsteller, 1749-1832)

„Wir können nicht davon ausgehen, dass das, was wir sehen und hören, wirklich stimmt. Sondern es ist eine ununterbrochene Propaganda-Berieselung.“ (Fürstin Gloria von Thurn und Taxis)

Medien

„Die Medien könnten die grösste Friedensmacht der Erde sein. Stattdessen geben sie sich als Kriegswaffe her.“ (Amy Goodman, „Democracy Now“)

„Es gibt keinen Krieg ohne eine arglistig täuschende Regierung und einen auf ihre Weise lügnerisch und gewalttätig werdenden Staatsapparat. Und dieser braucht zu seinem Schutz eine verblendete Öffentlichkeit, die nur sieht, was sie sehen kann, ohne die Abschaffung der Zivilisation zu bemerken. Wo Krieg herrscht, da sind vorher Journalisten Soldaten geworden.“ (Michael Andrick, deutscher Philosoph)

„Suche die Wahrheit immer von unten nach oben – nicht von oben nach unten. Journalisten sind niemals echte Journalisten, wenn sie Agenten der Macht sind, egal wie sehr sie diese Rolle verschleiern. Echte Journalisten sind die Vertreter der Menschen.“ (John Pilger, australischer Journalist, 1939-2023)

Widerstand

„Wie viel ist schon gewonnen, wenn nur einer aufsteht und Nein sagt.“ (Bertolt Brecht, deutscher Dramatiker und Lyriker, 1898-1956)

„Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“ (Kurt Tucholsky, deutscher Schriftsteller, 1890-1935)

„Die grösste Tragödie im Leben ist das Aufgeben des Kampfes.“ (Nikolai Ostrowski, sowjetischer Schriftsteller und Revolutionär, 1904-1936)

„Du hast Feinde? Gut. Das bedeutet, dass du dich irgendwann in deinem Leben für etwas eingesetzt hast.“ (Victor Hugo, französischer Schriftsteller und Politiker, 1802-1885)

„Scheut euch nicht, eure Stimme für Ehrlichkeit und Wahrheit und Mitgefühl gegen Ungerechtigkeit und Lüge und Gier zu erheben. Wenn die Menschen auf der ganzen Welt dies täten, würde das die Welt tiefgreifend verändern.“ (William Faulkner, US-amerikanischer Schriftsteller, 1897-1962)

„Wenn man einem Menschen verbietet, das Leben zu leben, das er für richtig hält, hat er keine andere Wahl, als ein Rebell zu werden.“ (Nelson Mandela, südafrikanischer Bürgerrechtskämpfer, 1918-2013, Präsident Südafrikas 1994-1999)

„Natürlich wollen wir grundlegende Veränderungen. Wenn das Revolution ist, dann bin ich ein Revolutionär. Selbst Jesus war das, er wollte Güte, Gerechtigkeit und Vergebung.“ (Desmond Tutu, südafrikanischer Bischof und Menschenrechtsaktivist, 1931-2021)

„Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder von uns kann etwas tun, dass sie nicht zur Hölle wird.“ (Fritz Bauer, Generalstaatsanwalt in den Frankfurter Auschwitzprozessen, 1903-1968)

Ungehorsam

„Es gibt keine schöpferische Tätigkeit ohne Ungehorsam.“ (Jean Cocteau, französischer Schriftsteller und Filmregisseur, 1889-1963)

Autonomie und Selbstverwirklichung

„Sie lachen über mich, weil ich anders bin. Ich lache über sie, weil sie alle gleich sind.“ (Kurt Cobain, US-amerikanischer Rockstar, 1967-1994)

„Entschuldige dich nie dafür, du selbst zu sein.“ (Paulo Coelho, brasilianischer Schriftsteller)

„Wir sollten uns viel öfter die Frage stellen, ob es richtig ist, nur weil wir es alle tun.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Man muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben. Dazu brauchen wir einen harten Geist und ein weiches Herz. Wir haben alle unsere Massstäbe in uns selbst, nur suchen wir sie zu wenig.“ (Sophie Scholl, deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, 1921-1943)

„Wenn der Weg vor dir klar ist, dann bist du vermutlich auf dem Weg eines anderen.“ (Carl Gustav Jung, Schweizer Psychiater, 1875-1961)

„Du selbst zu sein, in einer Welt, die dich ständig anders haben will, ist die grösste Errungenschaft.“ (Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller, 1803-1882)

„In der Einsamkeit lernt man, sich selber zuzuhören.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

Mut

„Nicht weil es schwierig ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwierig.“ (Sokrates, griechischer Philosoph, 469-399 v.Chr.)

„Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hats gemacht.“ (unbekannt)

Zeit

„Einst hatten wir Zeit. Ich weiss nicht, wer sie uns genommen hat. Ich weiss nicht, wessen wir Sklaven wir sind. Wir leben wie die Ameisen, drüben im Abendland.“ (Max Frisch, Schweizer Schriftsteller, 1911-1991)

Wirtschaft

„Das Bruttosozialprodukt misst alles, ausser dem, was das Leben lebenswert macht.“ (Robert Kennedy, US-Senator und Justizminister, 1925-1968)

„Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution vor morgen früh.“ (Henry Ford, US-amerikanischer Automobilpionier, 1863-1947)

Arbeit

„Das einzige Mittel, um zu leben, ist Arbeit. Um arbeiten zu können, muss man die Arbeit lieben. Um die Arbeit lieben zu können, muss sie interessant sein.“ (Leo Tolstoi, russischer Schriftsteller, 1828-1910)

Armut

„Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade.“ (Johann Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge und Schriftsteller, 1746-1827)

„Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an. Und der Arme sagte zum Reichen bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“ (Bertolt Brecht, deutscher Dichter, 1898-1956)

„Die Behauptung, es gäbe kein Geld, um das Elend in der Welt zu beseitigen, ist eine Lüge. Wir haben auf der Erde Geld wie Dreck, es haben nur die falschen Leute.“ (Heiner Geissler, CDU-Politiker, 1930-2017)

„Wenn die Reichen die Armen ausbeuten und bestehlen, nennt man das Geschäfte. Wenn die Armen sich verteidigen, nennt man das Gewalt.“ (Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller, 1835-1910)

„Den Armen wird Dankbarkeit beigebracht, damit die Ordnung der Reichen nicht gestört wird.“ (Alevitische Weisheit)

Reichtum

„Hinter jedem grossen Vermögen steht ein grosses Verbrechen.“ (Honoré de Balzac, französischer Schriftsteller, 1799-1850)

Migration

„Man muss Menschen schützen, nicht Grenzen.“ (Giusi Nicolini, ehemalige Bürgermeisterin von Lampedusa, geb. 1961)

„Nicht die Migration ist die Mutter aller Probleme, sondern die soziale Ungleichheit.“ (Gerhard Trabert, deutscher Arzt, Politiker und Autor)

„Die überwiegende Zahl der Menschen, die ihre Heimat verlassen, tun dies nicht, weil sie in Europa das Paradies erwartet, sondern weil in ihrer Heimat die Hölle herrscht.“ (Gerhart Trabert, Arzt und Buchautor)

„Wir haben Angst, unsere Heimat zu verlieren, weil Leute kommen, die schon längst ihre Heimat verloren haben.“ (Hagen Rether, deutscher Kabarettist)

Gesundheit

„Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.“ (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Schriftsteller, 1749-1832)

Bildung

„Wahre Bildung besteht darin, den Menschen beizubringen, alleine zu denken.“ (Noam Chomsky, US-amerikanischer Sprachwissenschaftler und politischer Publizist)

„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles vergessen hat, was man in der Schule gelernt hat.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Der Mensch ist nichts anderes als sein Entwurf, er existiert nur in dem Masse, als er sich entfaltet.“ (Jean-Paul Sartre, französischer Dramatiker und Philosoph, 1905-1980)

„Die beste Bildung findet ein Mensch auf Reisen.“ (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, Politiker und Naturforscher, 1749-1823)

„Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel.“ (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Religionskritiker, 1872-1970)

Kinder

„Wissen ist endlich, Phantasie ist unendlich.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Es sind Söhne und Töchter von des Lebens Verlangen nach sich selber. Sie kommen durch euch, aber nicht von euch. Und sind sie auch bei euch, so gehören sie euch doch nicht.“ (Kahlil Gibran, libanesischer Dichter, 1883-1931)

„Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Sterne, Blumen und Kinder.“ (Dante Alighieri, italienischer Dichter, 1265-1321)

„Der Mensch, wenn er werden soll, was er sein muss, muss als Kind sein und als Kind tun, was ihn als Kind glücklich macht.“ (Johann Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge und Schriftsteller, 1746-1827)

„Es wird überhaupt zu viel erzogen. Es gibt keine andere vernünftige Erziehung, als Vorbild zu sein.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Eine Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit ihren Kindern umgeht.“ (Eduardo Galeano, uruguayischer Schriftsteller, 1940-2015)

„Weil unsere Kinder unsere einzige reale Verbindung zur Zukunft sind, und weil sie die Schwächsten sind, gehören sie an die erste Stelle der Gesellschaft.“ (Olof Palme, 1927-1986, schwedischer Ministerpräsident 1969-1976 und 1982-1986)

Leidenschaft und Beharrlichkeit

„Gib niemals auf, für das zu kämpfen, was du tun willst. Mit etwas, wo Leidenschaft und Inspiration ist, kann man nicht falsch liegen.“ (Ella Fitzgerald, US-amerikanische Jazzsängerin, 1917-1996)

„Kein Weg ist zu lang für den, der langsam und ohne Eile vorwärts schreitet, und kein lockendes Ziel liegt zu fern für den, der sich mit Geduld rüstet.“ (Jean de la Bruyère, französischer Schriftsteller, 1645-1696)

„Das Gelingen ist manchmal das Endresultat einer ganzen Reihe missglückter Versuche.“ (Vincent van Gogh, niederländischer Maler und Zeichner, 1853-1890)

„Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.“ (Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller, 1835-1910)

„Es gibt Berge, über die man hinüber muss, sonst geht der Weg nicht weiter.“ (Ludwig Thoma, deutscher Schriftsteller, 1867-1921)

„Alle Dinge sind bereits gesagt. Aber das niemand zuhört, müssen wir immer wieder von vorne anfangen.“ (André Gide, französischer Schriftsteller, 1869-1951)

„Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.“ (Konfuzius, chinesischer Philosoph, 551-476 v.Chr.)

Dialog

„Wenn man merkt, dass der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so wird man persönlich, beleidigend, grob.“ (Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, 1788-1860)

„Ich glaube, man kann in anderen Menschen nur das erkennen, was auch in einem selbst irgendwo tief angelegt ist. Deshalb sollte man sich nie über seinen Gesprächspartner erheben. Das Wichtige ist, dass man sich ihm verwandt fühlt oder dass man zumindest die Verwandtschaft zu dem anderen herzustellen fähig ist.“ (Georg Stefan Troller, österreichisch-US-amerikanischer Schriftsteller)

„Intellektuell sein, heisst gerecht sein, heisst Verständnis aufbringen für mein Gegenüber, für die Oppositionellen, für die Gegner.“ (Stefan Zweig, österreichischer Schriftsteller und Pazifist, 1881-1942)

„Streitende sollten wissen, dass nie einer ganz recht hat und der andere ganz unrecht.“ (Kurt Tucholsky, deutscher Schriftsteller, 1890-1935)

„Ein gutes Gespräch setzt voraus, dass der andere Recht haben könnte.“ (Hans-Georg Gadamer, deutscher Philosoph, 1900-2002)

Wahrheit

„Wenn du die Wahrheit willst, geh los und suche sie. Genau davor haben sie Angst.“ (Julian Assange, Sprecher der Enthüllungsplattform Wikileaks)

„Die grösste Gefahr in der Moderne geht nicht von der Anziehungskraft nationalistischer oder rassistischer Ideologien aus, sondern vom Verlust an Wirklichkeit. Wenn der Widerstand durch Wirklichkeit fehlt, dann wird prinzipiell alles möglich.“ (Hanna Arendt, deutsch-US-amerikanische Schriftstellerin, 1906-1975)

„Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht.“ (Franz Kafka, österreichisch-tschechischer Schriftsteller, 1883-1924)

„Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten.“ (Franz Kafka, österreichisch-tschechischer Schriftsteller, 1883-1924)

„Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit kann von allein aufrecht stehen.“ (Thomas Jefferson, US-Präsident, 1743-1826)

„Die Wahrheit ist eine unzerstörbare Pflanze. Man kann sie ruhig unter einem Felsen vergraben, sie stösst sich trotzdem durch, wenn es an der Zeit ist.“ (Frank Thiess, deutscher Schriftsteller, 1890-1977)

„In einer Zeit der Täuschung ist die Wahrheit zu sagen ein revolutionärer Akt.“ (George Orwell, englischer Schriftsteller, 1903-1950)

„Falsch hört nicht auf, falsch zu sein, weil die Mehrheit daran beteiligt ist.“ (Leo Tolstoi, russischer Schriftsteller, 1828-1910)

„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“ (George Orwell, englischer Schriftsteller, 1903-1950)

„Der subversivste Akt, den man begehen kann, ist, wenn man einem Menschen die Wahrheit sagt. Denn wenn die Wahrheit nicht die Macht hat, Unrecht zu untergraben, dann auch sonst nichts.“ (Andrew Vachss, US-amerikanischer Autor, 1942-2021)

„Es ist leichter, eine Lüge zu glauben, die man tausendmal hört, als die Wahrheit, die man nur einmal hört.“ (Abraham Lincoln, 1809-1865, US-Präsident 1861-1865)

„Wenn du keine Feinde hast, hast du noch nie die Wahrheit gesagt.“ (Lukas Bärfuss, schweizerischer Schriftsteller)

„Die Wahrheit ist wie ein Löwe. Sie muss nicht verteidigt werden. Lass sie frei und sie verteidigt sich von selber.“ (Augustinus von Hippo, römischer Kirchengelehrter, 354-430)

Visionen

„Du solltest den Kontakt zu Menschen suchen, die über Ideen und Visionen sprechen und nicht über das Leben anderer.“ (Robert de Niro, US-amerikanischer Schauspieler)

„Eine Weltkarte, auf der das Land Utopia nicht verzeichnet ist, verdient keinen Blick, denn sie lässt die eine Küste aus, wo die Menschheit ewig landen wird. Und wenn die Menschheit dort angelangt ist, hält sie Umschau nach einem besseren Land und richtet ihre Segel dahin. Der Fortschritt ist die Verwirklichung von Utopien.“ (Oscar Wilde, irischer Schriftsteller, 1854-1900)

„Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen.“ (Erich Fromm, deutsch-amerikanischer Philosoph und Psychoanalytiker)

„Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeug vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.“ (Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller und Pilot, 1900-1944)

„Es genügt nicht, den Menschen Abscheu vor dem Bösen einzuflössen, sie müssen auch zum Guten ermuntert werden.“ (Leo Tolstoi, russischer Schriftsteller, 1828-1910)

„Wenn die Menschen wollten, hätten sie in ihren Händen eine grössere, schönere und bessere Welt, aber sie beschäftigen sich mit oberflächlichen Dingen, ohne an echte Schönheit zu denken.“ (Anne Frank, 1929-1945)

„Gebt den Menschen Sicherheit und sie werden kreativ.“ (Erich Fromm, deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker und Philosoph, 1900-1980)

„In jedem Menschen steckt eine starke treibende Kraft, die, sobald sie freigesetzt ist, jede Vision, Träume oder Wünsche verwirklichen kann.“ (Anthony Robbins, US-amerikanischer Bestsellerautor)

„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ (Hermann Hesse, deutsch-schweizerischer Schriftsteller, 1877-1912)

„Du musst bereit sein, die Dinge zu tun, die andere niemals tun werden, um das zu erreichen, was andere niemals erreichen werden.“ (Les Brown, US-amerikanischer Autor)

Menschenbild

„Man sieht die Welt nicht so, wie sie ist. Man sieht die Welt so, wie man selbst ist.“ (AnaÏs Nin, US-amerikanische Schriftstellerin, 1903-1977)

„Der beste Weg herauszufinden, ob du jemandem vertrauen kannst, ist ihm zu vertrauen.“ (Ernest Hemingway, US-amerikanischer Schriftsteller, 1899-1961)

„Solange die Menschlichkeit uns verbindet, ist es völlig egal, was uns trennt.“ (Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller)

Das Gute

„Das Böse ist immer nur extrem, aber niemals radikal, es hat keine Tiefe. Es kann die ganze Welt verwüsten, gerade weil es wie ein Pilz an der Oberfläche weiterwuchert. Tief aber und radikal ist immer nur das Gute.“ (Hannah Arendt, deutsche Philosophin, 1906-1975)

Gewaltlosigkeit

„So wie man Feuer nicht mit Feuer löschen kann, Wasser nicht mit Wasser trocknen, so kann man Gewalt nicht mit Gewalt bekämpfen.“ (Leo Tolstoi, russischer Schriftsteller, 1828-1910)

Gelassenheit

„Geh deinen Weg und lass die Leute reden.“ (Dante Alighieri, italienischer Dichter und Philosoph, 1265-1321)

„Wer schweigt, stimmt nicht immer zu. Er hat nur manchmal keine Lust, mit Idioten zu diskutieren.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

Intuition

„Alles, was zählt, ist die Institution, Der intuitive Geist ist ein Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

Optimismus

„Kritiker haben wir genug. Was unsere Zeit braucht, sind Menschen, die ermutigen.“ (Konrad Adenauer, ehemaliger deutscher Bundeskanzler, 1876-1967)

„Es gibt für einen Schriftsteller nichts Besseres als eine schlechte Kindheit. Da kann man ein Leben lang daraus schöpfen.“ (Elke Heidenreich, deutsche Schriftstellerin und Kabarettistin)

„Menschen, die sich von Anfang an anstrengen mussten, die gescheitert sind und ihre Ziele nicht auf Anhieb erreicht haben, sind am Ende erfolgreicher.“ (Adam Grant, US-amerikanischer Autor und Psychologie)

„Ich bin nicht gescheitert – ich habe zehntausend Wege entdeckt, die nicht funktioniert haben.“ (Thomas Alva Edison, US-amerikanischer Erfinder, 1847-1931)

„Schon mal versucht. Schon mal gescheitert. Versuche es nochmals. Scheitere noch einmal. Scheitere besser.“ (Samuel Beckett, irischer Schriftsteller, 1906-1989)

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ (Bertolt Brecht, deutscher Dramatiker und Lyriker, 1898-1956)

„Wer scharf denkt, wird Pessimist, wer tief denkt, wird Optimist.“ (Henri Bergson, französischer Philosoph, 1859-1941)

„Es gibt viele Gründe traurig zu sein. Aber ich begann zu verstehen, dass Leid und Enttäuschungen nicht dazu da sind, um uns zu ärgern, herabzusetzen oder unsere Würde zu verlieren, sondern dazu, um uns reifen zu lassen und zu verwandeln.“ (Hermann Hesse, deutsch-schweizerischer Schriftsteller, 1877-1962)

„Hoffnung geben mir die Menschen, die Tiere und die Bäume und all die Dinge, die schön sind und zum Teil auch immer gut. Und die feste Überzeugung, dass die meisten Menschen Frieden wollen und ihre Ruhe, und die Kinder sollen es gut haben und die Nachbarn auch. Vielleicht wird ja nicht alles schlimmer, sondern besser. Die Chancen sind gleich gross.“ (Sybille Berg, deutsche Schriftstellerin, geboren 1962)

„Tu zuerst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ (Franz von Assisi, Begründer des Franziskanerordners, 1182-1226)

„Ich weigere mich, ohne Hoffnung zu sein.“ (Nadine Gordimer, südafrikanische Schriftstellerin und Bürgerrechtskämpferin, 1923-2014)

„Du hast die Wahl. Du kannst sagen: Ich bin Pessimist, das wird alles nichts, ich verzichte und garantiere damit, dass das Schlimmste kommt. Oder du orientierst dich an den Hoffnungsschimmern und den vorhandenen Möglichkeiten und sagst, dass wir vielleicht eine bessere Welt errichten werden. Eigentlich hast du gar keine Wahl.“ (Noam Chomsky, US-amerikanischer Linguistiker)

Gleichgültigkeit

„Die Welt ist viel zu gefährlich, um darin zu leben. Nicht wegen der Menschen, die Böses tun. Sondern wegen der Menschen, die daneben stehen und sie gewähren lassen.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Der grösste Schaden entsteht durch die schweigende Mehrheit, die nur überleben will, sich fügt und alles mitmacht.“ (Sophie Scholl, deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, 1921-1943)

„Leben heisst Partei ergreifen. Gleichgültigkeit ist ein mächtiger Faktor in der Geschichte.“ (Antonio Gramsci, italienischer Schriftsteller, 1891-1937)

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt so ist, wie sie ist. Es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bliebe.“ (Die Ärzte, deutsche Rockband)

„An allem Unfug, der geschieht, sind nicht nur die Schuld, die ihn begehen, sondern auch diejenigen, die ihn nicht verhindern.“ (Erich Kästner, deutscher Schriftsteller, 1899-1974)

„Alles, was das Böse braucht, um zu triumphieren, ist das Schweigen der Mehrheit.“ (Kofi Anan, 1938-2018, UNO-Generalsekretär 1997-2006)

Bequemlichkeit

„Zu oft geniessen wir die Bequemlichkeit einer Meinung ohne die Anstrengung des eigenen Denkens.“ (John F. Kennedy, US-Präsident, 1917-1963)

Ablenkung

„Der moderne Mensch wird in einem Tätigkeitstaumel gehalten, damit er nicht zum Nachdenken über den Sinn seines Lebens und der Welt kommt.“ (Albert Schweitzer, deutsch-französischer Arzt und Philosoph, 1875-1965)

Irrweg

„Die Definition von Wahnsinn: Das Gleiche immer und immer wieder tun und ein anderes Ergebnis erwarten.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

Liebe

„Gibt es eine Möglichkeit, die psychische Entwicklung des Menschen so zu leiten, dass sie der Psychologie des Hasses und des Vernichtens gegenüber widerstandsfähiger werde!“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Du musst so viel Liebe aufbringen, damit aus deinem Feind ein Freund wird.“ (Martin Luther King, US-amerikanischer Bürgerrechtskämpfer, 1929-1968)

„Wir sind auf der Welt, um es uns unbequem zu machen und denen, die uns brauchen, entgegenzugehen. So finden wir uns selbst wieder. Wer sich für die anderen verausgabt, gewinnt sich selbst, denn das Leben besitzt man nur, wenn man es hinschenkt.“ (Papst Franziskus, 1936-2025)

„Der erste Schritt zur Gewaltlosigkeit ist, alles zu respektieren, was lebt.“ (Albert Schweitzer, deutsch-französischer Arzt, Theologe und Philosoph, 1875-1956)

„Wir sind, was wir denken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.“ (Siddharta Gautama Buddha, Begründer des Buddhismus, vor rund 2500 Jahren in Indien lebend)

„Jemanden lieben heisst, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.“ (Fjodor Dostojewski, russischer Schriftsteller, 1821-1881)

„Und wenn ich verzweifle, dann erinnere ich mich, dass durch alle Zeiten in der Geschichte der Menschheit die Wahrheit und die Liebe immer gewonnen haben. Es gab Tyrannen und Mörder und eine Zeitlang schienen sie unbesiegbar, doch am Ende scheiterten sie immer. Denkt daran. Immer!“ (Mahatma Gandhi, Pazifist und Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, 1896-1948)

„Wenn es dir möglich ist, mit nur einem Funken die Liebe in der Welt zu bereichern, dann hast du nicht umsonst gelebt.“ (Jack London, US-amerikanischer Autor, 1876-1916)

„Wo Liebe wächst, gedeiht Leben – wo Hass wächst, droht Untergang.“ (Mahatma Gandhi, indischer Freiheitskämpfer, 1869-1948)

„Niemand wird geboren, um einen anderen wegen seiner Hautfarbe, seines Hintergrunds oder seiner Religion zu hassen. Den Menschen wird Hass beigebracht, und wenn Hass gelehrt werden kann, kann das auch die Liebe.“ (Nelson Mandela, südafrikanischer Bürgerrechtskämpfer, 1918-2013, Präsident Südafrikas 1994-1999)

„Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet, dann wird es Frieden geben.“ (Jimi Hendrix, US-amerikanischer Gitarrist und Sänger, 1942-1970)

„Ohne Wut wird sich nichts ändern. Aber handeln müssen wir aus Zärtlichkeit.“ (Konstantin Wecker, deutscher Liedermacher)

Ukrainekonflikt

„Ich halte nichts von Forderungen nach mehr Geld für Rüstung der NATO. Die Gefahr, dass sich die Situation verschärft wie im August 1914, wächst von Tag zu Tag. Und am Ende landen wir in einem dritten Weltkrieg.“ (Helmut Schmidt, deutscher Bundeskanzler, 1918-2015, im Jahre 2014)

„Amerika steht nicht aus Nächstenliebe an der Seite der Ukraine, sondern weil es in unserem strategischen Interesse ist.“ (Kamala Harris, US-Präsidentschaftskandidatin)

„Vielleicht war es die NATO, die vor Russlands Tor bellt, die Putin dazu veranlasste, die Invasion der Ukraine zu entfesseln. Ich kann nicht sagen, ob seine Wut provoziert wurde, aber ich vermute, dass die Haltung des Westens sehr dazu beigetragen hat.“ (Papst Franziskus, 1936-2025)

„Die Unabhängigkeit der Ukraine beraubte Russland seiner beherrschenden Position am Schwarzen Meer, wo Odessa das unersetzliche Tor für den Handel mit dem Mittelmeer und der Welt jenseits davon war.“ (Zbigniew Brzezinski, US-Politberater, 1928-2017)

„Denken Sie daran, wir haben acht Jahre damit verbracht, diese Armee in der Ukraine zu dem einzigen Zweck aufzubauen, Russland anzugreifen. Dafür wurde die entwickelt. Deshalb haben die Russen sie angegriffen.“ (Douglas MacGregor, ehemaliger US-Sicherheitsberater)

„Die Hauptschuld an der negativen Entwicklung zwischen dem Westen und Russland nach dem Ende des Kalten Kriegs trifft die USA, insbesondere wegen der Expansion der NATO.“ (Robert Hunter, ehemaliger NATO-Botschafter der USA)

„Wenn die Ukraine Teil der NATO wird, dann bedeutet das aus der Perspektive Russlands eine Kriegserklärung.“ (Angela Merkel, frühere deutsche Bundeskanzlerin)

„Statt sich der NATO anzunähern, hätte die Ukraine eine neutrale Rolle finden sollen: als Brücke zwischen Osten und Westen, was sie auch in der Vergangenheit war.“ (Yves Rossier, ehemaliger Schweizer Botschafter in Moskau)

„Ab 2014 begannen die USA und die NATO, die Ukraine mit Waffen zu versorgen – mit modernen Waffen, militärischer Ausbildung, gemeinsamen Militärübungen und Massnahmen zur Integration der Ukraine in die NATO. Das ist kein Geheimnis. Es war ganz offen. Kürzlich prahlte der Generalsekretär der NATO, Jens Stoltenberg, damit. Er sagte: ‚Das ist es, was wir seit 2014 getan haben. Es ist natürlich eine sehr bewusste, starke Provokation. Sie wussten, dass sie sich in einen Bereich einmischten, den jeder russische Führer als untragbar ansehen würde.'“ (Noam Chomsky, US-amerikanischer Linguist)

„Das Einzige, was Russland zu einer heftigen Reaktion provozieren kann, ist die Erweiterung der NATO auf die baltischen Staaten.“ (Joe Biden, US-Präsident 2021-2025, im Jahre 1997)

„Wenn die Ukraine überleben und gedeihen soll, darf sie nicht der Vorpfosten der einen Seite gegenüber der anderen sein – sie sollte eine Brücke zwischen beiden Seiten sein.“ (Henry Kissinger, 1923-2023, US-Aussenminister 1973-1977)

„Wenn wir den dritten Weltkrieg nicht wollen, müssen wir früher oder später aus dieser militärischen Eskalationslogik raus und Verhandlungen aufnehmen.“ (Erich Vad, deutscher Brigadegeneral a.D.)

„Die Entscheidung, die NATO bis zu den Grenzen Russlands zu erweitern, ist der verhängnisvollste Fehler und wird die russische Aussenpolitik in eine Richtung zwingen, die uns entschieden missfallen wird.“ (George F. Kennan, US-Historiker, im Jahre 1997)

„Wir stehen kurz vor einem Atomkrieg. Weil die Vereinigten Staaten einfach nicht in der Lage sind, ihre verdammte Nase aus jedermanns Hinterhof herauszuhalten.“ (Jeffrey Sachs, US-Ökonom)

„Ich habe es in meinem langen politischen Leben noch nicht erlebt, dass öffentliche Meinung so einseitig gesteuert wird, wie das im Fall des Ukrainekriegs geschieht.“ (Günther Verheugen, deutscher SPD-Politiker)

„Der Westen wird mit seiner Ukrainepolitik alles verspielen. Ohne die deutsch-russische Freundschaft wird es keinen Frieden in Europa geben.“ (Michail Gorbatschow, 1931-2022, russischer Staatspräsident 1990/91)

„Der sogenannte Ukraine-Krieg ist ein Krieg der USA gegen Russland. Wer das nicht erkennt, ist ein Opfer der US-Propaganda.“ (Oskar Lafontaine, deutscher Publizist und Politiker)

Russland und der Westen

„Hat denn Europa jemals vertrauensvoll auf die Russen geblickt, kann es das überhaupt: vertrauensvoll und nicht feindselig auf uns blicken? Wird es das jemals können?“ (Fjodor Michailowitsch Dostojewski, russischer Schriftsteller, 1821-1881)

„Während seiner ersten Amtszeit verfolgt Putin bis 2004 eine Politik der offenen Tür zu Europa und den westlichen Ländern. Erst als sich immer mehr ehemalige Sowjetrepubliken dem Westen zuwenden, verändert sich seine Haltung dem Westen gegenüber zu einer zunehmend feindseligeren Politik.“ (Michael Eltchaninoff, französischer Philosoph und Autor)

„Russland wurde von den Amerikanern und ihren Freunden komplett kolonialisiert. Sie waren in den 90er-Jahren omnipräsent, in den Ministerien und in den Banken. Sogar im Aussenministerium erhielt ich Mitteilungen der amerikanischen Botschaft, in denen stand, was ich zu diesem oder jenem Thema zu sagen oder zu tun hätte.“ (Alexander Orlov, russischer Botschafter in Frankreich von 2008 bis 2017)

„Einige Jahre nach dem Ende des Kalten Kriegs waren von Hybris, Arroganz und übertriebener Siegessicherheit des Westens gekennzeichnet.“ (Hubert Védrine, französischer Aussenminister von 1997 bis 2002)

„Als die Sowjetunion zusammenbricht, ist das für Putin eine Tragödie, weil damit alle seine Jugendideale, der Patriotismus, der Dienst am Staat und die Opposition gegenüber dem Westen am Boden liegen.“ (Michel Eltchaninoff, Philosoph und Autor, geb. 1969)

„Während seiner ersten Amtszeit verfolgt Putin bis 2004 eine Politik der offenen Tür zu Europa und den westlichen Ländern. Erst als sich immer mehr ehemalige Sowjetrepubliken dem Westen zuwenden, verändert sich seine Haltung dem Westen gegenüber zu einer zunehmend feindseligeren Politik.“ (Michel Eltchaninoff, Philosoph und Autor, geb. 1969)

„Ziel der USA ist Russlands Spaltung und Zerfall.“ (Ben Hodges, ehemaliger Befehlshaber der US-Armee in Europa)

„Putin hat noch einen langen Weg vor sich, bevor er das Ausmass an Kriegsverbrechen erreicht, die wir in Ländern wie dem Irak, Syrien, Libyen und Afghanistan begangen haben.“ (Chris Hedges, US-Journalist)

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die Menschen in Deutschland keine neue Feindschaft mit den Russen wollen. Wir dürfen nicht zulassen, dass das, was unsere beiden Nationen gemeinsam aufgebaut haben, zerstört wird.“ (Michail Gorbatschow, 1931-2022, russischer Staatspräsident 1990/91)

„Das Einzige, was eine russische Reaktion hervorrufen könnte, wäre eine Erweiterung der NATO bis zu den baltischen Staaten.“ (Joe Biden, späterer US-Präsident, im Jahre 1997)

„Jede Friedenslösung muss Russland einbinden und sie muss gerecht sein. Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit.“ (Yves Rossier, ehemaliger Schweizer Botschafter in Moskau)

„Die Russinnen und Russen sind ein wunderbares Volk, emotionale Menschen mit grossen Herzen.“ (Yves Rossier, ehemaliger Schweizer Botschafter in Moskau)

„Die neue Weltordnung wird gegen Russland errichtet, auf den Ruinen Russlands und auf Kosten Russlands.“ (Zbigniew Brzezinski, früherer US-Sicherheitsberater, 1928-2017)

„Das Ziel muss sein, Russland zu zerschlagen und in kleinere Länder aufzuspalten.“ (Kaja Kallas, EU-Vizepräsidentin)

„Wenn ich als Putinversteher bezeichnet werde, so empfinde ich das nicht als Beschimpfung. Der Westen hat es in den vergangenen Jahren verlernt, sich in die Perspektiven anderer Staatsmänner und ihrer Länder hineindenken zu können. Es ist ein Irrtum, dass die westliche Perspektive auf die Welt die einzig zulässige ist.“ (Klaus von Dohanyi, deutscher SPD-Politiker)

Palästina

„Die Behauptung, ich sei ein Antisemit, weil ich mich gegen den versuchten Völkermord an den Ureinwohnern Palästinas eingesetzt habe, ist hinfällig. Die Menschen in der Welt haben die Mauern des Hasses und das Lügengewebe durchschaut.“ (Roger Waters, Musiker von Pink Floyd)

„Wir müssen die Araber vertreiben und ihren Platz einnehmen.“ (David Ben Gurion, erster Premierminister Israels, 1886-1973)

„Macht ihr Leben so bitter, dass sie bereitwillig von selbst den Transfer machen.“ (Benny Alon, israelischer Tourismusminister)

„Es muss klar sein, dass es in diesem Land keinen Platz für beide Völker gibt. Die einzige Lösung ist ein Land ohne Araber.“ (Josef Weitz, Leiter der Landsiedlungsabteilung des jüdischen Nationalfonds JNF, im Jahre 1940)

„Ich verstehe die Parole FROM THE RIVER TO THE SEE, PALESTINE WILL BE FREE so, dass die Region vom Jordan bis zum Mittelmeer frei sein soll von Krieg und Diskriminierung. Dies bedeutet nichts anderes als die friedliche Lösung des Nahostkonflikts.“ (Ruth Dreifuss, ehemalige Schweizer Bundesrätin mit jüdischen Wurzeln)

„Zurzeit haben nur Idealisten eine realistische Alternative zum Albtraum.“ (Omri Boehm, israelisch-deutscher Philosoph)

„Ja, ich werde die Bewohner von Gaza verhungern lassen. Ja, in der Tat. Es ist unsere Pflicht. Ich will die Menschen dort verhungern lassen.“ (Moshe Saada, israelisches Knesset-Mitglied)

„Ich fordere für Gaza Gaskammern. Kindern und Eltern, Frauen und Mädchen, sie alle sind für einen grausamen und harten Tod bestimmt. Man soll sie ohne Mitleid abschlachten.“ (Elad Baraski, israelischer Fernsehmoderator)

„Jedes Kind, jedes Baby in Gaza ist ein Feind. Der Feind ist nicht die Hamas. Wir müssen Gaza erobern und kolonisieren und dürfen kein einziges Kind mehr in Gaza übriglassen. Es gibt keinen anderen Sieg.“ (Moshe Feiglin, israelischer Likud-Abgeordneter)

„Alles, was von Gaza übrig geblieben ist, vernichten wir.“ (Belazel Smotrich, israelischer Finanzminister)

„Was Israel in Gaza tut, ist die verheerendste Form blindwütiger Rache. Man zerstört den anderen, aber gleichzeitig auch den menschlichen Teil in sich selbst.“ (Ayelet Gundar-Goshen, israelische Buchautorin)

„Wir werden nicht ein einziges Gramm Hilfsgüter in den Gazastreifen lassen, bis seine Bevölkerung auf die Knie fällt und fleht. Gaza muss dem Erdboden gleichgemacht werden. So etwas wie unschuldige Menschen gibt es dort nicht.“ (Itamar Ben Gvir, israelischer Politiker und Rechtsanwalt)

„Gaza ist zerstört und zerbrochen, unbewohnbar, und das wird auch so bleiben. Sehr bald werden wir ihr Lächeln wieder auslöschen und es durch die Schreie der Trauer und des Wehklagens derer ersetzen, die mit nichts zurückgelassen werden.“ (Belazel Smotrich, Israels Finanzminister)

„So wie Hitler geschworen hat, jeden Juden zu vernichten, und sagte, er könne nicht leben, solange noch ein Jude existiere, so sage ich: „Wir können nicht leben, solange noch ein Muslim in Gaza ist. Sie müssen eliminiert werden.“ (Moshe Feiglin, israelischer Politiker)

„Wir erlauben zu viel Hilfe in Gaza. Wir sollten Gaza jetzt verbrennen. Das Ziel ist, Gaza auszulöschen. Was dort bleibt, wird eliminiert. Punkt.“ (Nissim Vaturi, Sprecher des israelischen Parlaments)

„Einem Freund wie Israel vertraue ich, dass er die Waffen völkerrechtskonform einsetzt.“ (Roderich Kiesewetter, deutscher CDU-Politiker)

„Die Tatsache, dass es in Gaza bereits 50’000 Tote gibt, ist notwendig und erforderlich für zukünftige Generationen. Für alles, was am 7. Oktober 2023 passiert ist, für jeden Menschen am 7. Oktober, müssen 50 Palästinenser sterben. Es spielt jetzt keine Rolle, ob es sich um Kinder handelt. Sie brauchen hin und wieder eine Nakba.“ (Aharon Haliva, ehemaliger israelischer Geheimdienstchef)

Zukunft

„Die alte Welt stirbt, und die neue Welt kämpft darum, geboren zu werden. Jetzt ist die Zeit der Monster.“ (Antonio Gramsci, italienischer Schriftsteller, 1891-1937)

„Man darf nie aufhören, sich die Welt so vorzustellen, wie sie am vernünftigsten wäre.“ (Friedrich Dürrenmatt, Schweizer Schriftsteller und Dramatiker, 1921-1990)

„Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Wir brauchen ein neues Bündnis zwischen den Jungen und den Älteren, damit der Lebenssaft derer, die eine lange Lebenserfahrung haben, die Triebe der Hoffnung der Heranwachsenden nährt. So lernen wir die Schönheit des Lebens kennen und schaffen eine geschwisterliche Gesellschaft.“ (Papst Franziskus, 1936-2025)

„Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, so ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“ (Dom Helder Camara, brasilianischer Erzbischof, 1909-1999)

„Was mir Hoffnung gibt? Die Menschen, die Tiere und die Bäume und all die Dinge, die schön sind und zum Teil auch immer gut. Und die feste Überzeugung, dass die meisten Menschen Frieden wollen und ihre Ruhe, und die Kinder sollen es gut haben und die Nachbarn auch. Vielleicht wird ja nicht alles schlimmer, sondern besser. Die Chancen sind gleich gross.“ (Sibylle Berg, deutsch-schweizerische Autorin)

„Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber man muss es vorwärts leben.“ (Søren Kierkegaard, dänischer Philosoph und Schriftsteller, 1813-1855)

„Wer wirklich Neues erdenken will, kann gar nicht genug verrückt sein.“ (Niels Bohr, dänischer Physiker, 1885-1962)

„Sie ändern die Dinge nie, indem Sie gegen die bestehende Realität ankämpfen. Um etwas zu ändern, müssen Sie ein neues Modell entwickeln, das das bestehende Modell überflüssig macht.“ (Buckminster Fuller, amerikanischer Architekt, 1895-1983)

„Die reinste Form des Wahnsinns ist, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Das Geheimnis des Wandels: Konzentriere nicht deine ganze Kraft auf das Bekämpfen des Alten, sondern darauf, das Neue zu formen.“ (Sokrates, griechischer Philosoph, 469-399 v.Chr.)

„Ein neuer Gedanke wird zuerst verlacht, dann bekämpft, bis er nach längerer Zeit als selbstverständlich gilt.“ (Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, 1788-1860)

„Die Frage heute ist, wie man die Menschheit überreden kann, in ihr eigenes Überleben einzuwilligen.“ (Bertrand Russell, britischer Philosoph, 1872-1970)

„Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ (Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller und Pilot, 1900-1944)

„Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute. Seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.“ (George Bernard Shaw, irischer Dramatiker und Politiker, 1856-1950)

„Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“ (Albert Einstein, Physiker, 1879-1955)

„Wunderbar, dass niemand warten muss. Wir können jetzt gerade damit beginnen, die Welt schrittweise zu verändern.“ (Anne Frank, 1929-1945)